Dow Jones und S&P 500 im Vergleich

ETF im Fokus

Dow Jones und S&P 500 im Vergleich

Der US-amerikanische Aktienmarkt wird in den Medien und in den Augen vieler Anleger hauptsächlich durch zwei Indizes abgebildet: den Dow Jones Industrial Average sowie den S&P 500. In der aktuellen Ausgabe der Rubrik »ETF im Fokus« möchten wir Ihnen die beiden Indizes näher vorstellen. Erfahren Sie mehr über die Historie, das Indexkonzept und die aktuelle Entwicklung der genannten Indizes und darüber, worin sie sich überhaupt unterscheiden.

Beide Indizes werden seit dem Zusammenschluss der zwei Indexanbieter »S&P Indices« und »Dow Jones Indexes« im Jahr 2012 durch die Firma »S&P Dow Jones Indices« berechnet, die auch die Lizenzrechte für beide Marktbarometer hält und diese weltweit vermarktet. Nur mit einem gültigen Lizenzvertrag dürfen Anbieter von Finanzprodukten, wie beispielsweise ETF-Fondsgesellschaften, diese Indizes kommerziell verwenden. Obwohl sich die zwei Indizes erheblich in ihrem Konzept und ihrer Zusammensetzung unterscheiden, so haben sie sich dennoch als Marktbarometer für den Gesamtmarkt des Aktienmarkts in den USA durchgesetzt. Beide Indizes verfügen über eine sehr lange »Live«-Historie. Dies führt dazu, dass auch langfristige Aussagen zur Wertentwicklung – über eine Vielzahl von Wirtschaftszyklen, Krisen und unterschiedlichen politischen Situationen hinweg – möglich sind.

Dow Jones Industrial Average
Der Dow Jones Industrial Average Index, kurz auch »The Dow« genannt, wurde im Mai 1896 aufgesetzt und startete mit einem Wert von 40,94 Indexpunkten. Damals umfasste der Index lediglich zwölf Werte und diente bereits zu dieser Zeit als Marktbarometer des US-Aktienmarkts. Heute bildet der Dow Jones die Entwicklung von 30 großen US-amerikanischen Unternehmen ab. Voraussetzung für die Aufnahme in den Index ist, dass die Unternehmen ihren Firmensitz in den USA haben und gleichzeitig auch ihre Haupteinnahmen dort generieren. In diesem Jahr am 15. August erreichte der Dow Jones sein Allzeithoch von 18.668,44 Indexpunkten.

Die Auswahl der 30 Aktien wird nicht, wie bei vielen anderen Indizes üblich, durch harte Selektionskriterien unterstützt, sondern es gibt weiche Kriterien. Zu diesen zählen unter anderem »exzellente Reputation«, »nachhaltiges Wachstum« oder »von Interesse für einen großen Investorenkreis«. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die verschiedenen Branchen (mit Ausnahme von Transport- und Versorger-Aktien) ausreichend repräsentiert sind (siehe Grafik 1). Da es absolut keine harten Kriterien für die Aufnahme bzw. das Ausscheiden einer Aktie gibt, kommt dem Indexkomitee eine große Bedeutung zu. Dieses regelmäßig zusammentreffende Gremium setzt sich aus drei Vertretern des Indexberechners sowie zwei Vertretern der Zeitung »The Wall Street Journal« zusammen. Bei den Sitzungen werden sowohl Veränderungen in der Zusammensetzung des Index als auch Kapitalmaßnahmen mit Einfluss auf den Dow Jones besprochen.

Grafik 1: Branchenverteilung des Dow Jones Industrial Average Index
Grafik 1: Branchenverteilung des Dow Jones Industrial Average Index
Stand: 27. September 2016; Quelle: S&P Dow Jones Indices

Beim Dow Jones handelt es sich um einen Preisindex (auch Kursindex genannt). Dies bedeutet, dass Dividendenzahlungen der im Index enthaltenen Unternehmen unberücksichtigt bleiben. Hier ergibt sich ein erheblicher Unterschied, besonders in der langfristigen Betrachtung der Wertentwicklung, im Vergleich zu den Indizes der DAX-Familie. Denn dort werden sämtliche Dividenden in den Index reinvestiert, diese Indexart wird als »Perfomanceindex« bezeichnet.

Eine weitere Besonderheit in der Welt der Indizes weist der Dow Jones bei der Gewichtungssystematik der zugrunde liegenden Aktien auf. Üblicherweise erfolgt die Gewichtung anhand der Marktkapitalisierung der Unternehmen, was bedeutet, dass die Aktien mit dem höchsten Börsenwert das größte Gewicht im Index erhalten. Nicht jedoch beim Dow Jones, denn hier wird der Index preisgewichtet. Dies bedeutet, dass Aktien mit einem hohen nominellen Aktienkurs ein höheres Gewicht erhalten als Aktien mit einem niedrigen Aktienkurs. Die Größe des Unternehmens wird hierbei vollkommen außer Acht gelassen.

Bei der Betrachtung der Top 10 der Aktien im Dow Jones fällt auf, dass sie zusammen eine Gewichtung von über 50 Prozent erreichen (siehe Tabelle 1). Aufgrund der vergleichsweise geringen Anzahl von Mitgliedsaktien führt dies zu einer erheblichen Konzentration auf einzelne Aktien.

Tabelle 1: Top 10 der Indexkomponenten des Dow Jones Industrial Average

Unternehmen

Indexgewichtung

3M

6,62 %

Goldman Sachs Group

6,12 %

IBM

5,89 %

UnitedHealth Group

5,29 %

Boeing

4,93 %

Home Depot

4,76 %

Johnson & Johnson

4,48 %

McDonald’s

4,39 %

Travelers Cos

4,30 %

Apple

4,25 %

Stand: 27. September 2016; Quelle: S&P Dow Jones Indices

S&P 500
Der Standard and Poor’s 500 Index, kurz »der S&P 500«, wird von den Medien in Europa im Vergleich zum Dow Jones etwas weniger prominent aufgegriffen. Dennoch stellt er neben dem Dow Jones den zweitbekanntesten Index der USA dar. Der S&P 500 wurde in den Jahren 1941 bis 1943 auf einen Ausgangsstand von 10 Indexpunkten festgelegt. Auch er erreichte in diesem Jahr am 15. August sein Rekordhoch von 2.193,81 Punkten.

Der S&P 500 bildet die rund 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen (sogenannte Large Caps) ab. Aus dem Namen »S&P 500« könnte man ableiten, dass es sich immer genau um 500 Unternehmen handelt, dies ist jedoch nicht immer der Fall. Aktuell zählt der S&P 500 exakt 505 Indexmitglieder (Stand: 29. September 2016). Der Grund hierfür ist, dass zwar 500 Unternehmen enthalten sind, es jedoch Firmen mit unterschiedlichen Aktienklassen gibt. So ist zum Beispiel Alphabet Inc., die Muttergesellschaft von Google, sowohl mit den A- als auch den C-Aktien vertreten. Der Unterschied zwischen den Aktienklassen liegt beispielsweise an unterschiedlichen Dividendenberechtigungen sowie verschiedenen Stimmrechten. Das Ziel des S&P 500 Index ist es, die größten Unternehmen der führenden Branchen der USA abzubilden. Beim Blick auf die Branchenverteilung wird deutlich, dass dabei die Branche der Verbrauchsgüter und der IT-Sektor mit jeweils über 20 Prozent am stärksten gewichtet sind (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Branchenverteilung des S&P 500 Index
Grafik 2: Branchenverteilung des S&P 500 Index
Stand: 27. September 2016; Quelle: S&P Dow Jones Indices

Im Gegensatz zum Dow Jones gibt es beim S&P 500 klare Kriterien, welche die Aktien bzw. die Unternehmen erfüllen müssen, um im Index enthalten zu sein.

• Das Unternehmen muss seinen Sitz in den USA haben, dort Steuern zahlen und die Aktien müssen in den USA mindestens an einer regulierten Börse gehandelt werden
Marktkapitalisierung der Aktie von mindestens 5,3 Milliarden US-Dollar
• Ausreichende Liquidität beim Börsenhandel
Public Float: Es müssen mindestens 50 Prozent der Aktien frei handelbar sein
• Das Unternehmen muss in den letzten vier Quartalen ein positives Unternehmensergebnis aufweisen
• Aktien-Neuemissionen werden erst als mögliche Indexkandidaten betrachtet, wenn sie mindestens sechs bis zwölf Monate Handel aufweisen

Wie auch der Dow Jones wird der S&P 500 als Kursindex, das heißt ohne Berücksichtigung von anfallenden Dividenden, berechnet. Da der S&P 500 mit 500 Indexmitgliedern vergleichsweise breit diversifiziert ist, haben die Top 10 der Aktien jeweils ein Gewicht von deutlich unter 10 Prozent und weisen auch zusammen nicht mehr als 20 Prozent der Gesamtgewichtung auf (siehe Tabelle 2).

Tabelle 2: Top 10 der Indexkomponenten des S&P 500 Index

Unternehmen

Indexgewichtung

Apple

3,26 %

Microsoft

2,42 %

ExxonMobil

1,85 %

Johnson & Johnson

1,75 %

Amazon.com

1,72 %

Facebook

1,60 %

Berkshire Hathaway

1,48 %

General Electric

1,43 %

AT&T

1,37 %

JP Morgan Chase

1,28 %

Stand: 27. September 2016; Quelle: S&P Dow Jones Indices

Fazit
Im direkten Vergleich der beiden Indizes lässt sich feststellen, dass der S&P 500 mit über 500 Aktien sehr breit diversifiziert ist, sprich: Das Risiko ist über eine große Anzahl von Aktien gestreut. Der Dow hingegen streut nur über 30 Titel, was vergleichsweise zu einer erheblichen Konzentration auf einzelne Aktien führt.

Auch bei der Transparenz der Indexregeln punktet der S&P 500. Denn diese sind im Vergleich zum Dow Jones klar definiert und entsprechend für Investoren einfach nachzuvollziehen. Der Dow Jones blickt zwar in seiner Historie auf eine hohe Kontinuität zurück, die Regeln für die Auf- und Entnahme entsprechender Indexmitglieder sind aber nur bedingt klar und transparent.

Betrachtet man allerdings die Wertentwicklung der beiden Indizes in den vergangenen zehn Jahren, ist diese, trotz der erheblichen Unterschiede im zugrunde liegenden Indexkonzept, erstaunlich ähnlich. Während der Dow Jones nach zehn Jahren ein Plus von 56,50 Prozent aufweist, konnte der S&P 500 sogar eine Kurssteigerung von 62,15 Prozent für sich verbuchen.

Grafik 3: Dow Jones & S&P 500 im Vergleich

Wertentwicklung in US-Dollar, ‹normiert

Grafik 3: Dow Jones & S&P 500 im Vergleich
Stand: 28. September 2016; Quelle: Bloomberg
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Tabelle 3: S&P 500 und Dow Jones Industrial Average im Vergleich

S&P 500

Dow Jones Industrial Average

Aktueller Stand des Index

2.171,37 Indexpunkte

18.339,24 Indexpunkte

Dividendenrendite

2,04 % p.a.

2,56 % p.a.

Anzahl Aktien

505

30

Performance 1 Jahr

+15,38 %

+14,60 %

Performance 5 Jahre

+88,64 %

+66,55 %

Performance 10 Jahre

+62,15 %

+56,50 %

Kurs-Gewinn-Verhältnis

21,33

17,65

Stand: 29. September 2016; Quelle: Bloomberg, S&P Dow Jones Indices, Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Anlageideen: ETFs auf den Dow Jones und S&P 500

Um Privatanlegern die Investition in den Dow Jones und den S&P 500 Index zu ermöglichen, bietet ComStage jeweils einen ETF an. Mit einer jährlichen Pauschalgebühr von 0,12 Prozent für den S&P 500 und 0,45 Prozent für den Dow Jones stellen die beiden ETFs eine günstige Anlagemöglichkeit dar.

Auch wenn es sich bei dem Dow Jones und S&P 500 grundsätzlich um Kursindizes handelt, profitieren ComStage ETF-Investoren von anfallenden Dividendenzahlungen der im Index enthaltenen Unternehmen. Dies führt in der Regel dazu, dass sich ComStage ETFs, die auf Kursindizes basieren, besser entwickeln als die zugrunde liegenden Indizes selbst.

Ein Überblick über die gesamte Auswahl an ComStage ETFs steht Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

Dow Jones Industrial

ETF 010

0,45%

Thesaurierend

185,59/185,83 EUR

S&P 500

ETF 012

0,12%

Thesaurierend

212,53/212,65 EUR

Stand: 4. Oktober 2016; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.