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Korrelation

Die richtige Mischung macht’s

Eine alte Börsenweisheit besagt, dass man bei der Strukturierung seines Depots nicht alles auf eine Karte setzen, sondern auf ein gewisses Maß an Diversifikation achten soll. Im Klartext: Ein Portfolio sollte immer aus verschiedenen Anlageklassen, aber vor allem auch aus unterschiedlichen Werten innerhalb einer Anlageklasse bestehen. Denn es kommt nicht nur darauf an, dass man seine Anlagen breit streut, sondern auch darauf, wie man kombiniert.

Was bedeutet Korrelation?
Der Begriff der Korrelation kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und heißt übersetzt »Wechselbeziehung«. Korrelation taucht häufig in der Statistik auf und beschreibt dabei die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Werten. Auf den Finanzmärkten drückt die Korrelation aus, inwieweit die Entwicklung von zwei verschiedenen Vermögenswerten statistisch zusammenhängt. Die Bandbreite der Korrelation wird dabei mit dem sogenannten Korrelationskoeffizienten gemessen und kann sowohl positiv als auch negativ sein. Der Korrelationskoeffizient kann dabei Werte zwischen +1 (exakte Parallelentwicklung) und –1 (total gegenläufige Entwicklung) annehmen. Eine Korrelation mit einem Wert von 0 steht für eine völlig unabhängige Entwicklung.

Ein vereinfachtes Beispiel für Korrelation an den Finanz- und Kapitalmärkten ist, dass die Kurse von Aktien bei wirtschaftlichem Aufschwung in der Regel steigen, aber tendenziell fallen, wenn die Konjunktur weniger positiv verläuft. Anleihen hingegen zeigen eine gegenläufige Reaktion. Denn bei einem positiven Wirtschaftsklima neigen sie zu Wertrückgängen, während ein konjunktureller Abschwung den Wert der Anleihen in der Regel steigen lässt. Zu beachten ist, dass die Korrelation in erster Linie eine Aussage über die Richtung des Verlaufs trifft, nicht jedoch über das Ausmaß der jeweiligen Veränderung.

Korrelation als Risikodiversifizierung
Die Korrelation bzw. der Korrelationskoeffizient kann somit bei der Auswahl von Anlageklassen bzw. Basiswerten als Messgröße für den Grad der Diversifikation in einem Portfolio dienen. Denn die Kombination von Anlagen mit niedriger Korrelation kann bei der Streuung des Portfoliorisikos hilfreich sein. Im Idealfall würde bei einem Anleger mit negativ korrelierten Anlagen (das heißt, wenn eine steigt, fällt die andere) die Volatilität des Portfolios insgesamt minimiert. Der Einsatz der Korrelation als Bezugspunkt beim Aufbau von Portfolios kann somit ein nützliches Werkzeug für die Steuerung des gesamten Portfoliorisikos sein.

Korrelationsmatrix
Korrelationsmatrix
Stand: 9. August 2019; Quelle: Bloomberg, Commerzbank AG

Renditen zweier Vermögenswerte. Der Bereich der Matrix rechts oben zeigt die Differenz zwischen dem einjährigen Korrelationskoeffizienten (aus dem unteren linken Teil der Matrix) und einem ähnlichen Koeffizienten, errechnet aus Renditewerten der letzten zehn Jahre. So wird bestimmt, ob der aktuelle Gleichlauf zwischen zwei Werten über oder unter dem langfristigen Niveau liegt. Die diagonalen Felder der Matrix enthalten die Volatilität der wöchentlichen Renditen der Vermögenswerte im vergangenen Jahr.