Märkte

Indexanpassungen im DAX, MDAX und EURO STOXX 50

Auf- und Absteiger im Überblick

Im September wurde regulär die Zusammensetzung von DAX, MDAX und EURO STOXX 50 überprüft. Alle Veränderungen wurden, zusammen mit dem Update von Free-Float-Faktoren, Aktienanzahlen etc., am Freitag, den 20. September 2019 (zum Börsenschluss), in die jeweiligen Indizes eingearbeitet. Welche Änderungen das sind und welche Unternehmen zu den Auf- und Absteigern zählen, stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

DAX-Anpassung: MTU für thyssenkrupp
Der deutsche Industrie- und Stahlkonzern thyssenkrupp war eines der 30 Gründungsmitglieder des DAX, der am 1. Juli 1988 eingeführt wurde. Durch den deutlichen Kursrückgang von thyssenkrupp seit Mitte 2017 stand der Titel bereits vor der Anpassung im September 2019 in der DAX-Entnahmediskussion.

Bei der regulären jährlichen September-Überprüfung wurde der Titel per »Fast Exit« aus dem DAX entnommen, da er auf der relevanten Deutsche Börse-Selektionsliste (Datenbasis Ende August 2019) in einem Ranking (Free-Float-Marktkapitalisierung oder 12-Monats-Liquiditätsranking) Position 46 belegte und auf der Gegenseite ein formaler Aufnahmekandidat vorlag, der in beiden Rankings 35 oder besser belegte (siehe Grafik 1).

Auf Basis der September-Daten lag thyssenkrupp (Free-Float-Marktkapitalisierung: 5,05 Milliarden Euro) auf der Selektionsliste auf Position 46 in der Free-Float-Marktkapitalisierung. Der Abstand zu Rang 40 (Sartorius; Free-Float-Marktkapitalisierung: 6,0 Milliarden Euro) betrug 15 Prozent. Daher hat der Titel per Fast Exit am 20. September 2019 (zum Xetra-Schlusskurs) nach 31 Jahren seine Indexmitgliedschaft im DAX verloren.

Um sich per »Regular Entry« aus eigener Kraft für eine DAX-Aufnahme zu qualifizieren, muss ein Aufnahmekandidat in beiden Rankings (Free-Float-Marktkapitalisierung sowie 12-Monats-Liquiditätsranking) Rang 30 oder besser erreichen. Zum Stichtag 4. September 2019 erfüllte kein Titel diesen »Regular Entry«-Status. Stattdessen qualifizieren sich DAX-Kandidaten nur dann als DAX-Nachrücker (sogenannte formale Gegenkandidaten, die in beiden Rankings mindestens Rang 35 erreichen), falls ein Fast-Exit-Titel vorliegt.

Was die September-Selektionsliste anbelangt, so befand sich MTU Aero Engines auf der Position als indextechnisch bester Gegenkandidat. Mit Blick auf das Free-Float-Marktkapitalisierungsranking lag MTU Aero Engines (Free-Float-Marktkapitalisierungsrang: 25; derzeitige Free-Float-Marktkapitalisierung: ca. 12,34 Milliarden Euro) vor dem Aufstiegskonkurrenten Deutsche Wohnen (Free-Float-Marktkapitalisierungsrang: 30; derzeitige Free-Float-Marktkapitalisierung: 10,43 Milliarden Euro).

Nach dem DAX-Aufstieg ist MTU Aero Engines auf Basis aktueller Daten an Position 23 mit einem DAX-Indexgewicht von 1,38 Prozent eingestiegen. Insgesamt sollte sich durch diesen Wechsel aus indextechnischer Sicht die Qualität des DAX etwas verbessern, da die Free-Float-Marktkapitalisierung von MTU Aero Engines deutlich höher ist als die von thyssenkrupp (siehe Grafik 1).

Grafik 1: DAX-Veränderungen im September 2019
Grafik 1: DAX-Veränderungen im September 2019
Quelle: Commerzbank Research

MDAX-Spezialsituation: Cancom für Axel Springer
Für die Mitgliedschaft in einem der Blue-Chip-Indizes (DAX, MDAX, SDAX, TecDAX) muss ein Indextitel absolut mehr als 10 Prozent der Aktien im Free Float aufweisen. Bei Übernahmen gilt, dass wenn der Streubesitz des übernommenen Unternehmens unter 10 Prozent fällt, das Unternehmen außerordentlich aus dem Index genommen wird, wobei dies mit einem Vorlauf von zwei vollen Handelstagen öffentlich angekündigt werden muss.

Der US-Finanzinvestor KKR hatte in Abstimmung mit den Großaktionären Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner ein freiwilliges Übernahmeangebot für Axel Springer zu je 63,00 Euro unterbreitet. Nach der ersten Andienungsfrist ist dabei der Free-Float-Faktor von Axel Springer bereits von 48,16 Prozent auf 19,35 Prozent gefallen.

Die zweite Andienungsfrist lief bis zum 21. August 2019. Bis zur Beendigung dieser Frist fiel der Free Float von Axel Springer unter 10,0 Prozent, was zu einer außerordentlichen Entnahme gemäß dem Regelwerk führte.

Für die außerordentliche Entnahme von Axel Springer, der den MDAX mit Wirkung zum 29. August verlassen hat, rückt der Gegenkandidat Cancom in den MDAX auf. Auf Basis der Deutsche Börse-Selektionsliste konnte sich der IT-Dienstleister als bester Kandidat durchsetzen.

Grafik 2: Die DAX-Aufnahmeregeln
Grafik 2: Die DAX-Aufnahmeregeln
Stand: August 2019; Quelle: Commerzbank Research; Daten: Deutsche Börse AG (Technical Analysis & Index Research)

MDAX-Fast-Exit-Entnahme: CTS Eventim und CompuGroup Medical für Norma und Deutsche Euroshop
Ebenfalls am 4. September 2019 erfolgte die reguläre, halbjährliche Überprüfung des MDAX. Die entsprechenden Veränderungen wurden, zusammen mit dem Update von Free-Float-Faktoren, Aktienanzahlen etc., am Freitag, den 20. September 2019 zum Xetra-Schluss in den MDAX eingearbeitet. Am oberen Ende des Index deutete sich bereits in den vergangenen Wochen der Aufstieg von MTU in den DAX und der Abstieg von thyssenkrupp in den MDAX an, was schlussendlich auch genauso eingetreten war.

Ebenfalls relativ früh war klar, dass aus dem SDAX bei dieser Anpassung kein Titel aus eigener Kraft den MDAX-Aufstieg schaffen würde. Demgegenüber war ebenfalls schnell klar, dass es MDAX-Fast-Exit-Titel geben wird. Neben Axel Springer, die bereits vorher in einer außerordentlichen Indexanpassung den MDAX verlassen musste, standen ebenfalls Norma und Deutsche Euroshop in der Fast-Exit-Diskussion.

So musste schlussendlich der kleinste MDAX-Titel Norma (MDAX-Indexgewicht: 0,38 Prozent) und Deutsche Euroshop (MDAX-Indexgewicht: 0,48 Prozent; Position 57) wegen der Fast-Exit-Regelung den MDAX verlassen. Norma lag mit einem Free-Float-Marktkapitalisierungsranking von 110 deutlich unter der Fast-Exit-Grenze von Rang 105 und Deutsche Euroshop mit einem Liquiditätsranking von 107 knapp unter der Fast-Exit-Grenze.

Für alle Fast-Exit-Kandidaten, die aus dem MDAX entnommen werden, wird ein Gegenkandidat benötigt. Der erste Suchschritt für den Gegenkandidaten erfolgt dabei in beiden Rankings (Free-Float-Marktkapitalisierung/Liquiditätsranking) jeweils unter Rang 95. Auf Basis der Daten der September-Selektionsliste der Deutschen Börse schaffte CTS Eventim (Free-Float-Marktkapitalisierungsrang: 64; Liquiditätsrang: 95) als indextechnisch bester Gegenkandidat für Norma den Aufstieg in den MDAX. Für den Gegenkandidaten der absteigenden Deutsche Euroshop gestaltete sich die Suche allerdings etwas schwieriger, da alle weiteren Gegenkandidaten ein niedriges Liquiditätsranking aufwiesen. Im Regelwerk der Deutschen Börse muss daher der Kreis optionaler Kandidaten erweitert werden, wobei ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Liquiditätsranking am Ende über die beste Positionierung entscheidet. Hierbei lag CompuGroup Medical (Free-Float-Marktkapitalisierungsrang: 92; Liquiditätsrang: 104) vor seinen Mitstreitern.

Im Zuge der beiden MDAX-Aufstiege war CTS Eventim an Position 32 mit einem MDAX-Indexgewicht von 1,18 Prozent eingestiegen. CompuGroup Medical reiht sich hingegen auf Position 58 im Index ein und kommt auf ein Indexgewicht von rund 0,50 Prozent.

Aus indextechnischer Sicht kommt es unterm Strich zu einer Qualitätsverschlechterung des Index. Denn durch den Aufstieg von MTU (als zweitgrößter Titel nach Airbus) in den DAX verliert der MDAX deutlich mehr an Free-Float-Marktkapitalisierung als es thyssenkrupp (als Absteiger aus dem DAX) und die leichte Qualitätsverbesserung am unteren Rand des Index durch den Aufstieg von CTS Eventim und CompuGroup Medical ausgleichen könnten (siehe Grafik 3).

Grafik 3: MDAX-Veränderungen im September 2019
Grafik 3: MDAX-Veränderungen im September 2019
Quelle: Commerzbank Research

EURO STOXX 50: Deutsche Börse für Unibail-Rodamco-Westfield
Auf Basis des Selektionsverfahrens für die Überprüfung der EURO STOXX 50-Zusammensetzung befand sich Unibail-Rodamco-Westfield auf einem automatischen Entnahmerang. Als Konsequenz rückte der beste (Nicht-Indextitel) von der entsprechenden Selektionsliste in den EURO STOXX 50 auf.

Dies war die Deutsche Börse AG, die am Freitag, den 20. September 2019 (zum Börsenschluss) in den EURO STOXX 50 aufgenommen wurde. Auf Basis der aktuellen Daten ist die Deutsche Börse der 15. deutsche Titel im EURO STOXX 50 und dort an Indexposition 42 mit einem Indexanteil von ca. 1,05 Prozent. Die Aktie der Deutsche Börse AG war schon einmal im EURO STOXX 50. Der Titel wurde am 15. Oktober 2007 für ABN Amro in den Index aufgenommen. Diese Indexmitgliedschaft ging am 18. Juni 2012 wieder verloren, wobei damals ASML in den Index aufstieg. Die Grundlage für diesen Wiederaufstieg der Deutsche Börse AG in den EURO STOXX 50 bildet die hervorragende technische Hausse und die ausgeprägte mittelfristige relative Stärke der Aktie im Vergleich zu den Eurozonen-Blue-Chips.

Anlageidee: ComStage ETFs auf den DAX und seine Familienmitglieder

Sie sind auf der Suche nach deutschen Aktien-ETFs zur ausgewogenen Zusammenstellung Ihres Depots?

Ganz gleich, wo Sie Ihren Schwerpunkt setzen möchten – auf die größten und börsenumsatzstärksten Unternehmen oder doch lieber auf Technologieunternehmen oder liegt Ihr Fokus vielleicht auf dividendenstarken Unternehmen –, bei ComStage werden Sie fündig. Ein Überblick über die gesamte Auswahl an ComStage ETFs steht Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Strategie

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

DAX

ETF 001

Blue Chips

0,08 %

Ausschüttend

110,30/110,32 EUR

DivDAX

ETF 003

Dividendenaktien

0,25 %

Ausschüttend

28,09/28,10 EUR

SDAX

ETF 005

Small Caps

0,70 %

Ausschüttend

98,67/98,81 EUR

MDAX

ETF 007

Mid Caps

0,30 %

Ausschüttend

23,44/23,45 EUR

TecDAX

ETF 908*

Technologie-Aktien

0,40 %

Ausschüttend

22,43/22,46 EUR

LevDAX x2

ETF 043

Blue Chips Gehebelt

0,30 %

Ausschüttend

11,36/11,37 EUR

ShortDAX

ETF 004

Blue Chips Short

0,30 %

Ausschüttend

21,62/21,63 EUR

ShortMDAX

ETF 044

Mid Caps Short

0,45 %

Ausschüttend

20,76/20,78 EUR

Stand: 24. September 2019; Quelle: Commerzbank AG

*Bei dem ETF auf den TecDAX mit der WKN ETF 908 handelt es sich um einen ComStage 1 UCITS ETF, einem physisch replizierenden ETF, der nach deutschem Recht aufgelegt wurde und bei dem Wertpapierleihe- und Pensionsgeschäfte in den Anlagebedingungen ausgeschlossen sind.

Die Darstellung des genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und die wesentliche Anlegerinformation (KIID) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.