Märkte

ETF im Fokus

Goldminenaktien – Vom Goldrauschen profitieren

Der Goldpreis hat in den vergangenen Handelswochen die Marke von 1.500 US-Dollar überwunden und erreicht damit den höchsten Stand seit sechs Jahren. Gold weckt also wieder viele Phantasien.

Doch vielen Anlegern ist der Umgang mit Münzen und Barren zu umständlich, zudem zahlt ein Investment in physisches Gold keine Zinsen oder Dividenden. Eine Möglichkeit, komfortabel an der Wertsteigerung von Gold zu partizipieren, ist ein indirektes Investment über den Goldminenaktien ETF von ComStage, den ComStage NYSE Arca Gold BUGS™ UCITS ETF (WKN: ETF 091).

Der Goldminenindex
Frei nach dem Motto »Investiere nicht in Gold, sondern in Schaufeln«, können Gold-Optimisten mit dem ComStage NYSE Arca Gold BUGS™ UCITS ETF die Wertentwicklung des NYSE Arca Gold BUGS™-Index (auch »HUI« genannt) nachvollziehen. Dabei investieren sie in Unternehmensanteile von Goldminenbetreibern. Da deren Gewinne auch von der Kursentwicklung des Goldpreises abhängen, steigen die Aktienkurse von Goldförderern üblicherweise bei Preisanstiegen des Edelmetalls und umgekehrt.

Dabei steht BUGS für »Basket of Unhedged Gold Stocks«, was bedeutet, dass sich die im HUI-Index enthaltenen Goldminenunternehmen nicht über einen Zeitraum von mehr als eineinhalb Jahren abgesichert haben. Somit können Anleger mit einem Investment insbesondere auch an kurzfristigeren Kursbewegungen des Goldpreises teilhaben.

Goldinvestment mit Hebelwirkung
Dem Preis der Goldminenaktien wird ein gewisser Hebel nachgesagt, was bedeutet, dass die Werte überproportional stark auf Änderungen des Goldpreises reagieren können (siehe Grafik 1). Hauptgrund dafür ist, dass der Wert der Goldmine vom Gewinn abhängt, der jede Unze Feingold einbringt. So stieg der Goldpreis in den vergangenen zwölf Monaten um 25 Prozent, von 1.200 auf 1.500 US-Dollar je Feinunze. Der Gewinn einer Mine, die beispielsweise 900 US-Dollar Förderkosten hat, stieg im selben Zeitraum allerdings von 300 auf 600 US-Dollar, was eine Steigerung von 100 Prozent bedeutet. Die hier getroffene Annahme, dass es sich bei den Förderkosten nicht um fixe Beträge handelt, ist stark vereinfacht. In der Realität passen Produzenten ihre Produktion dem Goldpreis leicht an.

Grafik 1: Goldpreis versus ComStage NYSE Arca Gold BUGS™ UCITS ETF

Indexiert: 17. September 2018 = 100

Grafik 1: Goldpreis versus ComStage NYSE Arca Gold BUGS™ UCITS ETF
Stand: 17. September 2019; Quelle: Bloomberg
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Da dieser Effekt allerdings auch bei fallenden Goldpreisen eintritt, die Goldminenaktien also somit überproportional fallen, eignet sich der Einsatz für Investoren, die Marktentwicklungen im Auge behalten, sich der möglichen Risiken bewusst sind und die mit der Funktionsweise dieses ETFs genau vertraut sind. Hinzu kommen die Währungseinflüsse, denen die Feinunze Gold, die ein Gewicht von 31,10 Gramm hat, unterliegt: Die Notierung erfolgt in US-Dollar.

Die größten Goldminenunternehmen des HUI-Indizes kommen aus Kanada (64,98 Prozent), den USA (22,92 Prozent), Südafrika (8,03 Prozent) und Peru (3,94 Prozent) (Stand: August 2019; Quelle: Bloomberg). Somit ist die Entwicklung der Goldminenaktien auch von beispielsweise politischen Entwicklungen und Währungseinflüssen des Kanadischen Dollar abhängig, der heimischen Währung von Barrick Gold Corporation, dem größten Goldbergbauunternehmen der Welt. Die Förderländer spielen eine zusätzliche Rolle, wobei das meiste Gold im Jahr 2018 in China gefördert wurde (399,7 Tonnen im Jahr 2018). (Stand: August 2019; Quelle: Statista)

Indexzusammensetzung
Der HUI-Index enthält derzeit 18 große Betreiber von Goldminen und ist ein modifizierter, gleichgewichteter Index. Was bedeutet dies? Die drei nach Marktkapitalisierung größten Aktien gehen mit einer höheren Gewichtung in die Berechnung des Index ein als die verbleibenden Unternehmen, die dann gleichgewichtet werden. Dabei sind die zwei größten Indexpositionen mit 15 Prozent gewichtet, die drittgrößte Position mit 10 Prozent (siehe Grafik 2).

Grafik 2: Indexzusammensetzung des NYSE Arca Gold BUGS™-Index
Grafik 2: Indexzusammensetzung des NYSE Arca Gold BUGS™-Index
Stand: 16. September 2019; Quelle: Bloomberg

Ob eine Aktie für eine Aufnahme in den Index infrage kommt, hängt von der Marktkapitalisierung, dem Handelsvolumen und einer Reihe weiterer Kriterien ab. Diese Kriterien und die entsprechende Gewichtung des Portfolios werden jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember überprüft und gegebenenfalls angepasst, damit jede Indexkomponente die ihr zugeordnete Gewichtung wieder repräsentiert (siehe Grafik 3).

Grafik 3: Wertentwicklung des ComStage NYSE Arca Gold BUGS™ UCITS ETF

(WKN: ETF 091) Indexiert: 16. September 2014 = 100

Grafik 3: Wertentwicklung des ComStage NYSE Arca Gold BUGS™ UCITS ETF (WKN: ETF 091)
Stand: 17. September 2019; Quelle: Bloomberg
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Ausblick Goldpreis aus dem Rohstoff-Research der Commerzbank

Gold im Höhenflug

Gold ist Anfang September auf den höchsten Stand seit fast sechseinhalb Jahren gestiegen. Preistreiber sind Zinssenkungsspekulationen, die zu einem kräftigen Rückgang der Anleiherenditen geführt haben. In der Folge stieg die Nachfrage der Finanzinvestoren spürbar. Wir sehen im Moment keinen Grund, warum die robuste Goldnachfrage abebben sollte. Der Goldpreis sollte daher gut unterstützt sein.

Der Goldpreis ist im Sommer aus seiner Lethargie erwacht. Seit Ende Mai verteuerte sich Gold um 15 Prozent bzw. 200 US-Dollar. Mit knapp 1.560 US-Dollar je Feinunze notierte Gold zwischenzeitlich so hoch wie zuletzt im April 2013 (siehe Grafik 4). In Euro gerechnet hatte Gold sogar erstmals die Marke von 1.400 Euro je Feinunze geknackt. Zuvor hatte der Goldpreis schon in anderen wichtigen Währungen Rekordstände erreicht, beispielsweise in Australischen Dollar, Kanadischen Dollar, Britischen Pfund, Japanischen Yen oder in Indischen Rupien.

Grafik 4: Goldpreis in Euro so hoch wie nie zuvor
Grafik 4: Goldpreis in Euro so hoch wie nie zuvor
Stand: 13. September 2019; Quelle: Bloomberg, Commerzbank Research

Richtig Fahrt nahm der Preisanstieg auf, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi und der Fed-Vorsitzende Jerome Powell Mitte Juni die Tür für Zinssenkungen weit aufstießen. Die Fed senkte die Zinsen bereits Ende Juli zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren. Der Markt rechnet mit zwei weiteren Zinsschritten bis zum Jahresende, dem nächsten davon noch im September. Die EZB hat den Einlagezins ebenfalls im September noch weiter in den negativen Bereich gesenkt und darüber hinaus ein neues Anleihekaufprogramm auf den Weg gebracht. Dadurch bedingt waren die Anleiherenditen sowohl in den USA als auch in Europa nochmals stark gefallen. In den USA fiel die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen zeitweise unter 1,5 Prozent, das niedrigste Niveau seit drei Jahren. Beim derzeitigen Niveau der US-Inflationsrate ist der Realzins damit negativ. Zudem rutschte die 10-Jahres-Rendite erstmals seit dem Jahr 2007 wieder unter die Rendite für US-Staatsanleihen mit 2-jähriger Laufzeit. Diese inverse Zinsstruktur wird am Markt häufig als Rezessionssignal gesehen. In Deutschland lagen die nominalen Anleiherenditen bis einschließlich einer Laufzeit von 30 Jahren zeitweise im negativen Bereich. Dies gilt inzwischen auch für die Nominalrenditen von immer mehr Anleihen anderer Länder der Eurozone. Selbst in südeuropäischen Ländern liegen die Anleiheenditen häufig schon unter null Prozent. Ende August wiesen weltweit Anleihen mit einem Volumen von fast 17 Billionen US-Dollar eine negative Verzinsung auf. Gold als zinslose Anlage gewinnt durch die Negativzinsen an Attraktivität. Preistreibend für Gold war sicherlich auch, dass US-Präsident Donald Trump die Fed wiederholt scharf kritisierte und von ihr stärkere Zinssenkungen forderte.

Die Finanzinvestoren haben angesichts dessen Gold als Anlage wiederentdeckt. Die spekulativen Anleger weiteten ihre Netto-Long-Positionen bis Anfang September auf über 230.000 Kontrakte aus (siehe Grafik 5). Dies entspricht Käufen von rund 650 Tonnen Gold innerhalb von gut drei Monaten über den Terminmarkt. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten zwischen Anfang Juni und Mitte September Zuflüsse von über 260 Tonnen. Etwa die Hälfte der Zuflüsse im Juni entfiel auf den SPDR Gold Trust in den USA. Dieser wird vor allem von institutionellen Investoren mit einem häufig kurzfristigen Anlagehorizont als Anlagevehikel genutzt. Da der Preisanstieg somit auch spekulativ getrieben war, sind jederzeit Rücksetzer möglich.

Grafik 5: Investoren entdecken Gold wieder
Grafik 5: Investoren entdecken Gold wieder
Stand: 6. September 2019; Quelle: CFTC, Bloomberg, Commerzbank Research

Der stark gestiegene Goldpreis – in Indien erreichte er in lokaler Währung ein Rekordniveau, in China ein 6½-Jahres-Hoch – hat außerdem die physische Nachfrage in Asien merklich gebremst. Die Goldnachfrage in Indien könnte dieses Jahr zusätzlich belastet durch die Anhebung der Importsteuer auf ein 3-Jahres-Tief fallen. In China liegen die Goldimporte via Hongkong nach sieben Monaten 47 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, die chinesischen Goldimporte aus der Schweiz liegen in diesem Zeitraum sogar fast 70 Prozent im Minus. Die Nachfrageschwäche in China und Indien wird neben den Investoren auch durch umfangreiche Goldkäufe der Zentralbanken mehr als ausgeglichen. Im ersten Halbjahr 2019 summierten sich die Zentralbankkäufe laut World Gold Council auf 374 Tonnen, nachdem sie im vergangenen Jahr mit 650 Tonnen bereits so hoch waren wie noch nie seit dem Ende von Bretton Woods (siehe Grafik 6). Offensichtlich verfolgen insbesondere Zentralbanken von Schwellenländern das Ziel, ihre Währungsreserven zu diversifizieren und weniger abhängig vom US-Dollar zu machen. Zu nennen sind hier vor allem Russland, China und die Türkei.

Grafik 6: Zentralbanken kaufen Gold wie lange nicht

1. Halbjahr 2019 

Grafik 6: Zentralbanken kaufen Gold wie lange nicht
Stand: 30. Juni 2019; Quelle: WGC, Commerzbank Research

Auch wenn nach dem starken Preisanstieg der vergangenen dreieinhalb Monate kurzzeitige Rücksetzer nicht auszuschließen sind, bleibt das Umfeld für Gold positiv. Preisrückgänge dürften vielmehr als Kaufgelegenheit erachtet werden. Die historisch niedrigen Zinsen dürften die Investmentnachfrage nach Gold weiterhin anschieben. Dem steht eine schwächere physische Nachfrage in Asien gegenüber, was den Goldpreis stärker abhängig von den Launen der Anleger macht. Wir erwarten einen Goldpreis von 1.500 US-Dollar je Feinunze am Jahresende und einen fortgesetzten Preisanstieg im nächsten Jahr.

Anlageidee: Goldminenaktien-ETF

Sie möchten kostengünstig und transparent an der Entwicklung verschiedener Unternehmen aus dem Goldabbau partizipieren? Kein Problem mit dem ComStage ETF auf den NYSE Arca Gold BUGS™ Index. Weitere Informationen sowie ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs steht Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

NYSE Arca Gold BUGS™

ETF 091

0,65 %

Ausschüttend

20,07/20,11 EUR

Stand: 24. September 2019; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.