ETF-Kolumne

ETF-Kolumne

»Wie viele ETFs braucht man wirklich – zwei, drei oder zehn?«

»Sagen Sie mal«, sprach mich vor kurzem ein Anleger an, »ich schaue mir regelmäßig mein Depot an und stelle schon seit geraumer Zeit erschrocken fest, dass ich über die Jahre unheimlich viele Werte und Positionen angesammelt habe. Was, ehrlich gesagt, nicht sehr befriedigend ist. Wenn ich jetzt alles auf ETFs umstellen würde, wie viele Positionen hätte ich dann idealerweise?« Kommt Ihnen das bekannt vor? Natürlich sah ich das Depot nicht im Detail, es schloss sich dennoch ein interessanter Austausch von Gedanken an, den ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

Die Umstellung eines Depots ist mit etwas Arbeit und Zeitaufwand verbunden, kann langfristig aber zielführend sein. Die erste Aufgabe ist die Aufnahme des Istzustands, verbunden mit der Frage, warum Sie welchen Wert wann und warum gekauft haben. Idealerweise haben Sie bei der Anlageentscheidung für sich festgehalten, warum Sie diesen oder jenen Wert erworben haben. Denn dann ist es sehr einfach zu beurteilen, ob die getroffenen Überlegungen noch zutreffen und ein Wertpapier nach einer möglichen Schwächephase wieder auf den für Sie richtigen Kurs einschwenkt. Dann sollten Sie diesen Fonds, die Aktie oder das festverzinsliche Wertpapier halten. Wichtig ist, dass Sie ein gutes Gefühl haben. Daher kann es auch hilfreich sein, bei einer Anlageentscheidung in ein oder zwei Stichworten oder Sätzen das »Warum« festzuhalten. Was übrigens auch hilft, wenn Märkte einen Rücksetzer erleiden. Für den langfristigen Anlageerfolg sind nämlich Geduld und Disziplin entscheidend. Genauso wie die Frage, welche Kosten ein Umschichten oder eine Neuausrichtung erfordern. Kosten sind ein wesentlicher Treiber des Anlageerfolgs, vor allem, wenn zu erzielende Renditen nicht in den Himmel wachsen. Ein nicht ausgegebener Euro kommt dem persönlichen Anlageergebnis zugute. Aber nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Bei Kosten ist es wie bei steuerlichen Vorteilen: Beides können Entscheidungskriterien sein, können aber eine Investition nicht heilen, die aussichtslos ist und bleibt. Eine dauerhaft schlechte Wertentwicklung wird durch einen vermeintlichen Steuervorteil nicht ausgeglichen. Das langfristige Potenzial einer Anlage, das Sie sehen, ist einzig und allein ausschlaggebend.

Diesen Vorüberlegungen schließt sich die Neuausrichtung des Depots an und die Frage, wie viele ETFs im neuen Portfolio sein sollten. Natürlich beachten Sie dabei wichtige Kriterien wie Anlagehorizont, Risikobereitschaft, Diversifikation, Disziplin und Geduld.

Nach allem, was wir wissen, hilft Streuung gegen die Auswirkungen von Börsenturbulenzen, wie sie täglich zu beobachten sind. Dazu kommt die Fähigkeit, Kursschwankungen aushalten zu können, und nicht bei jeder Bewegung nach unten nicht mehr schlafen zu können. »Wie stelle ich meine Risikotoleranz fest?«, wird nun mancher von Ihnen fragen. Dank des Internets gibt es zahlreiche und leicht zugängliche Quellen, die Ihnen helfen, ein grobes Gefühl für mögliche Kursschwankungen zu bekommen.

Doch zurück zur Frage nach der Anzahl der ETFs, die ein vernünftig aufgestelltes und übersichtliches Portfolio haben sollte. Eine überschaubare Anzahl von Positionen hat zudem den Vorteil, Risiken leichter im Auge zu behalten. Grundsätzlich diversifizieren Sie bereits dadurch, dass Sie überhaupt einen ETF erwerben. Denn ETFs bilden in der Regel breite Indizes nach und sind somit in sich selbst diversifiziert. So hat der DAX schon 30 Werte, gemeinsam mit den Nebenwerteindizes MDAX und SDAX sind Sie in Deutschland noch breiter aufgestellt. Allerdings beweisen Sie mit einer Beschränkung auf Deutschland eine ausgesprochene Heimatvorliebe, »Home Bias« genannt. Mit ETFs auf den STOXX 600 oder den MSCI Europe setzen Sie bereits auf ganz Europa. Über die europäischen Grenzen hinaus mag ein ETF auf den MSCI World das Richtige für Sie sein. Den Sie durchaus um Emerging Markets ergänzen sollten, denn für die Schwellenländer spricht unter anderem eine andere demografische Entwicklung. Fehlen noch Rohstoffe, die ein Depot zusätzlich diversifizieren können. Bislang bestand die Aufzählung nur aus ETFs auf Aktienindizes. Was in dem sicherlich noch auf längere Zeit vorherrschenden Niedrigzinsumfeld angeraten erscheint. Aber Sie wollen das einzugehende Risiko unter Umständen noch feinsteuern, Ihr Depot auf Ihre persönliche Risikotragfähigkeit anpassen. Das können Sie einfach mit einem Tages- oder Festgeldkonto tun. Natürlich können Sie auch Renten-ETFs nutzen, die Ihnen im Vergleich zu einer Direktanlage in festverzinsliche Wertpapiere die Arbeit der Neuanlage oder der Wiederanlage von Ausschüttungen aus Kupons abnehmen.

All das Vorbeschriebene zusammenfassend, reichen schon vier bis acht ETFs aus, um sehr solide und übersichtlich aufgestellt zu sein. Und wenn Sie kein bestehendes Depot umzuschichten haben, dann lässt sich eine Lösung mit vier bis acht ETFs im Zeitablauf auch schon mit kleineren Beträgen über monatliche oder auch quartalsweise ausgeführten Sparplänen aufbauen. Geduld und Disziplin zahlen sich hierbei besonders aus.

Das ist Ihnen alles zu viel oder zu kompliziert? Sie bevorzugen eine einzige Lösung, die nahezu allen Ihren Bedürfnissen entspricht? Dann können sich die ComStage Vermögensstrategie ETFs anbieten. Das sind preisgünstige, börsengehandelte Investmentfonds, die ihrerseits in ETFs investieren. Diese vermögensverwaltenden ComStage ETFs unterscheiden sich in der Höhe der Aktienquoten von 40 Prozent über 60 Prozent bis hin zu 80 Prozent. Bereits ab einer Sparplanrate von 25 Euro investieren Sie mit nur einer Transaktion in 10 bis 13 ETFs, was den Vermögensaufbau noch bequemer und leichter macht. Die Antwort auf die Eingangsfrage kann also auch lauten: »Mit nur einem ETF sind Sie gut bedient.«

Viel Erfolg bei Ihren Investments!

Bitte bleiben Sie ETFs auch weiterhin gewogen!