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Weiterentwicklung des Core-Satellite-Ansatzes: Multi-Asset-Strategie ETFs

Bald ist es so weit: Im April 2020 wird der europäische ETF-Markt sein zwanzigjähriges Jubiläum feiern. Die »Schallmauer« von 1.000 Milliarden Euro, verwaltet in börsengehandelten Investmentfonds, rückt näher. Unsere Vorhersage lautete immer, dass diese Grenze Ende 2021 fallen könnte, auch wenn das Jahr 2018 nominal einen Rückgang zeigte, was an dem schwierigen Marktumfeld lag. In den ersten Monaten des Jahres 2019 ging es jedoch wieder bergauf.

Die ersten ETFs in Europa bildeten Aktienindizes nach. Es folgten Bond-ETFs, die die Möglichkeiten für Investoren, langfristig stabile Portfolios aufzubauen, deutlich erweiterten. Schwellenländer kamen hinzu. Andere Themen folgten und erweiterten die Anlagemöglichkeiten noch einmal deutlich. Gemeinsam ist all dem Vorgenannten, dass der Anleger eine aktive Entscheidung treffen muss und aus den angebotenen Alternativen seine persönliche Auswahl zu treffen hat. Was mancher Investor nicht möchte und lieber Fachleuten überlässt. Schließlich leben wir in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Zudem bereitet manchem das Thema Finanzen nach wie vor mehr Bauchschmerzen als Freude. Daher verwundert es wenig, dass die Entwicklung bei ETFs noch eine andere Richtung genommen hat, nämlich hin zu Multi-Asset-Strategie ETFs, die selbst preisgünstige börsengehandelte Investmentfonds sind und das anvertraute Geld wiederum in kostengünstige ETFs als Zielfonds investieren. Dabei kommt eine bei institutionellen Großinvestoren populäre Anlagestrategie zur Anwendung, die sogenannte Core-Satellite-Strategie.

Grafik 1: Eine klassische Strategie mit passivem Kern, ergänzt um Satelliten unterschiedlicher Ausprägung
Grafik 1: Eine klassische Strategie mit passivem Kern, ergänzt um Satelliten unterschiedlicher Ausprägung
Stand: Juni 2019; Quelle: Commerzbank AG

Core-Satellite-Strategie
Das Grundprinzip der Core-Satellite-Strategie: Ein passiver Kern, der langfristig stabile Renditen erbringen soll, wird ergänzt um Satelliten, die wiederum höhere Erträge erwirtschaften können, dabei aber auch ein höheres Risiko haben, da es sich um engere Investments mit begrenzterer Diversifikation handelt. Hinzu kann eine festverzinsliche Komponente kommen, um das Profil des Investments der Risikoneigung des Anlegers anzupassen, sowie Anlageklassen, die das Gesamtportfolio noch weiter diversifizieren. Der Klassiker sind hierbei Rohstoffe. Immobilieninvestments sind weniger häufig zu finden, da Privatkunden sehr oft bereits eine oder mehrere eigene Immobilien besitzen, die einen großen Anteil der eigenen Vermögensallokation ausmachen. Zudem erfordert der Immobilienbereich spezielle Expertise. Natürlich steht es jedem Investor offen, durch eine entsprechende Positionierung Immobilien als Satelliten oder auch als Teilersatz für den Einkommensbereich, also den festverzinslichen Teil, hinzuzufügen.

In den vergangenen Jahren waren Multi-Asset-Lösungen stark gefragt. Der Hintergrund sind einerseits vermutlich anhaltend niedrige Zinsen, die Erkenntnis, dass eine breite Streuung für einen langfristigen und kontinuierlichen Vermögensaufbau unabdinglich ist – und letztlich die Einsicht, dass Rentenzahlungen staatlicher Stellen zwar weiter erfolgen werden, dass die Höhe aber zur Deckung der Grundbedürfnisse in Zukunft nicht mehr ausreichen könnte. Vor allem nach der Pleite der Lehman Bank vor über zehn Jahren sind Misch- oder Multi-Anlageklassen-Fonds zum Renner geworden.

Was ist die Idee hinter einem ETF mit ETFs?
An erster Stelle fällt die stringente Fortsetzung kostengünstiger Anlageentscheidungen ins Auge. Anleger, die von preiswerten ETFs überzeugt sind, möchten dies auch in einer zugeschnittenen Gesamtlösung wiederfinden. Und genau das ist der Fall, wenn ein ETF in Ziel-ETFs investiert. Ein anderer Punkt ist Transparenz. Der Investor sieht täglich, wie sein Dach-ETF strukturiert ist, und kann so bei Wunsch den Aufbau sogar nachbauen, womit er sich die Gebühren auf Dachfondsebene erspart, aber dadurch natürlich Dienstleistungen wie das jährliche Zurücksetzen auf die Ursprungsallokation selbst vornehmen muss. Außerdem ist es Investoren kaum möglich, bereits für 25 Euro monatlich Multi-Asset-Lösungen in Sparplänen umzusetzen. Unterschiedliche Gewichtungen der enthaltenen Anlageklassen und die schiere Anzahl der Ziel-ETFs zur Umsetzung einer sinnvollen Vermögensaufteilung oder Asset-Allokation erfordern ein Vielfaches davon. Ins Auge sticht dieser Umstand vor allem dann, wenn man den Lebenszyklus eines Langfristanlegers betrachtet. Nach der Ausbildung oder dem Studium folgt der Berufseinstieg, der oft nicht viel Freiheit zum Sparen lässt. Andererseits ist bekannt, dass der Beginn des Sparens nicht früh genug sein kann, ist doch der Zeitfaktor mit seinem Zinseszinseffekt eine wesentliche Determinante auf dem langen Weg zum Aufbau eines Vermögens. Klein beginnen und dann sukzessive steigern ist eine Erfolgsstrategie. Wobei es immer wieder besonders erfolgreich war, Gehaltszuwächse ganz oder zu einem großen Teil über Sparpläne anzulegen. Die Überlegung dahinter: Solange man sich nicht an das zusätzliche Einkommen gewöhnt hat, lässt es sich leichter sparen, da es gar nicht erst »vermisst« wird.

Grafik 2: Vermögensstrategie ETFs

Drei ComStage Vermögensstrategie ETFs mit zurzeit 10 bis 13 Ziel-ETFs kommen den Wünschen vieler Vermögensverwalter und Privatkunden entgegen. Der unterschiedliche Aktienanteil erlaubt es, das Investment im Zeitablauf dem eigenen Lebenszyklus anzupassen. Die Gesamtkosten ergeben sich aus der Gebühr für den jeweiligen Portfolio-ETF und den Kosten der einzelnen Ziel-ETFs.

Zwei weitere wichtige Punkte auf dem Weg zu Auflage der ComStage Vermögensstrategie ETFs waren die Fragen nach Risikoneigung und einer möglicherweise jährlichen Anpassung an die Ursprungsallokation. Letztendlich haben wir uns entschlossen, drei Dach-ETFs mit unterschiedlichem Aktienanteil anzubieten. Allen gemeinsam ist, dass einmal im Jahr die Grundallokation wiederhergestellt wird und auch bei ungewöhnlichen Marktbewegungen reagiert werden kann. Gerade dieser Punkt wird immer wieder interessiert gefragt. Dahinter steht die Überlegung, dass sich jeder Anleger vor seinem Investment Gedanken dazu macht, wie hoch der Anteil risikobehafteter Anlagen, also der Verteilung auf Aktienmärkte, sein sollte. Damit der Investor auch langfristig gut schlafen kann, um diese Überlegung ein wenig transparenter zu machen. Einmal im Jahr erfolgt eine Wiederanpassung automatisch, wie beschrieben. Bei außergewöhnlichen Marktbewegungen, die zu einer Abweichung von 5 Prozentpunkten von der Ursprungsallokation führen, kann das Rebalancing auch unterjährig vorgenommen werden. Was ein automatisierter Prozess ist. Denn auch diese Frage kommt regelmäßig auf: Einen aktiven Fondsmanager gibt es nicht. Die ComStage Vermögensstrategie ETFs sind rein passiv, folgen also einer zu Anfang sehr sorgfältig vorgenommenen Vermögensaufteilung.

Anlageidee: Die ComStage Vermögensstrategie ETFs im Überblick

Sie sind auf der Suche nach einem Investment, das zu Ihrem persönlichen Chance-Risiko-Profil passt? Die ComStage Vermögensstrategie Portfolio ETFs bieten eine kostengünstige Palette an Anlagelösungen für den langfristigen Vermögensaufbau. Drei unterschiedliche Profile ermöglichen es Ihnen, mit nur einer Investition in ein breit diversifiziertes Portfolio, passend zu Ihrer persönlichen Strategie, zu investieren. Reduzieren Sie jetzt Zeit und Aufwand und partizipieren Sie an der möglichen Ertragskraft verschiedener Märkte und Anlageklassen.

ComStage Vermögensstrategie UCITS ETF

ComStage Vermögensstrategie Defensiv UCITS ETF

ComStage Vermögensstrategie Offensiv UCITS ETF

WKN

ETF 701

ETF 702

ETF 703

ISIN

DE000ETF7011

DE000ETF7029

DE000ETF7037

Fondswährung

EUR

EUR

EUR

Replikations-methode

Direkt

Direkt

Direkt

Ertrags-verwendung

Ausschüttend

Ausschüttend

Ausschüttend

Auflagedatum

12. April 2016

7. März 2018

7. März 2018

Fondstyp nach InvStRefG

Aktienfonds

Mischfonds

Aktienfonds

Vermögensaufteilung

Aktien

60 %

40 %

80 %

Anleihen/Geldmarkt

30 %

50 %

10 %

Rohstoffe/Gold

10 %

10 %

10 %

Gesamtkosten (TER)

0,45 % p.a.

0,41 % p.a.

0,55 % p.a.

Davon ETF-Dachfondskosten

0,25 % p.a.

0,25 % p.a.

0,25 % p.a.

Handel

Geld-/Briefkurs

122,65/122,80 EUR

104,78/105,12 EUR

105,59/105,89 EUR

Vertriebszulassung

Deutschland, Österreich, Schweiz

Listing

Xetra, Frankfurt, Stuttgart, SIX Swiss Exchange

Sparplanfähig

Ja, ab 25 EUR

Stand: 26. Juni 2019; Quelle: Commerzbank AG
Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

Kosten bei Erwerb und Rückgabe

Beim Handel von ComStage ETFs über die Börse oder im außerbörslichen Handel wird kein Ausgabeaufschlag in Rechnung gestellt. Es fallen jedoch die üblichen Transaktionskosten der jeweiligen depotführenden Stelle für Wertpapiergeschäfte an. Weitere Informationen sowie ein täglich aktualisiertes Factsheet zu den ComStage Vermögensstrategie ETFs stehen Ihnen im Internet unter www.comstage.de/vermoegensstrategie zur Verfügung.