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Dividende

Wie kommt die Ausschüttung auf mein Konto?

Erfahrungsgemäß erreichen uns nach Ausschüttungen von ComStage ETFs viele Fragen. Häufig steht dabei im Fokus: »Wie kommt die Ausschüttung eigentlich auf mein Konto?« Viele Investoren haben Erfahrungen mit Einzelaktieninvestments und den damit verbundenen Dividendenzahlungen. Doch wie geht dieser Prozess bei einem ETF genau vonstatten? Dies erläutern wir Ihnen Schritt für Schritt.

Nehmen wir als Beispiel den ComStage DAX ETF (WKN: ETF 001). Der Fonds ist in Luxemburg aufgelegt und bildet physisch replizierend die 30 größten Aktien Deutschlands ab. Derzeit hat der Fonds ein verwaltetes Vermögen von knapp 900 Millionen Euro. Kurz noch einmal zur Erinnerung: Bei physisch oder vollreplizierenden ETFs werden die Aktien des abzubildenden Index nach der jeweiligen Indexgewichtung gekauft und im Sondervermögen des Fonds gehalten.

Wenn eine dieser Aktien eine Dividende zahlt, dann erhält der ComStage DAX ETF diese Dividende dem Fondsvermögen hinzugebucht. Die anschließende Re-Investition geschieht immer sehr zeitnah, denn der ETF verfolgt die Aufgabe, den DAX möglichst genau abzubilden. Zeitliche Verzögerungen sind bei diesem Prozess deshalb möglichst zu vermeiden.

So vereinnahmt der ETF über das Geschäftsjahr von vielen Gesellschaften Dividenden, die einmal jährlich an die Investoren des Fonds ausgeschüttet werden. Beim ComStage DAX ETF findet die Ausschüttung beispielsweise in der Regel im August statt.

Da sämtliche ComStage ETFs sogenannte Inhaberpapiere sind, ist der verwaltenden Fondsgesellschaft in Luxemburg, der Commerz Funds Solutions S. A., die Identität der ETF-Investoren nicht bekannt. Auch beim Hauptmerkmal eines ETFs, dem Börsenhandel, ist die Fondsgesellschaft nicht involviert. Somit hat sie auch hier keine Möglichkeit, den Eigentümerwechsel von Fondsanteilen nachzuvollziehen.

Sind wir also wieder bei unserer eigentlichen Frage: Wie kommt die Ausschüttung auf das Konto des Anlegers? Um den Fondsinvestoren die Ausschüttungen zukommen zu lassen, ist ein mehrgliedriges System entwickelt worden, das die Zahlung des Geldes vom Fonds bis auf das Verrechnungskonto des Investors sicherstellt.

Wie funktioniert der Auszahlungsprozess im Detail?
Die Fondsgesellschaft kennt die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile – nur weiß sie nicht, wer diese Anteile besitzt. Im gesamten Prozess werden Anonymität und Datenschutz sehr groß geschrieben, da alle beteiligten Parteien nach einem strikten »Need to know«-Prinzip arbeiten. Das bedeutet, dass lediglich die Daten weitergegeben werden, die unbedingt für die Aufgabenerfüllung benötigt werden.

Für die Anzahl aller Fondsanteile wird die Ausschüttung berechnet und der Gesamtbetrag dem Zentralverwahrer Clearstream Banking überwiesen. Bei ihm unterhalten die depotführenden Stellen (umgangssprachlich auch »Depotbanken«) der Anleger Konten, in denen die Fondsanteile verbucht sind. Gleichzeitig werden die Details der Ausschüttung (wie zum Beispiel der Betrag pro Fondsanteil, die Währung, Tag der Ausschüttung und Tag der Wertstellung) an den zentralen Datendienstleister der Banken in Deutschland, WM-Datenservice, übermittelt, sodass die Depotbanken von der Fondsausschüttung erfahren und die Buchung an die Kunden vorbereiten können. Auch die Börsen erfahren so, wenn die Ausschüttung vom Kurs des ETFs abgeschlagen wird; schließlich muss der Fonds am Tag der Ausschüttung (Ex-Tag) auch wirklich »Ex-Ausschüttung« handeln. Im gleichen Schritt löschen die Börsen die vorhandenen Limite, denn diese hat der Handelsteilnehmer auf Basis des bisherigen »Cum-Ausschüttung«-Preises aufgegeben.

Clearstream Banking hat Einblick in den Bestand der Depotbanken und schreibt im nächsten Schritt die Ausschüttungsbeträge auf deren Konten gut. Die Depotbanken wiederum buchen den Betrag auf die Verrechnungskonten der individuellen Anleger. In diesem letzten Schritt wird dann die steuerliche Situation des Anlegers berücksichtigt. Hier kommen Sparerfreibeträge, NV-Bescheinigungen, Verlustvorträge und Ähnliches zum Tragen.

Im Regelfall findet der gesamte Ausschüttungs-, Verteilungs- und Buchungsprozess innerhalb von drei Geschäftstagen statt, sodass Anleger am dritten Tag über ihre Ausschüttung verfügen können.