Titelthema

Investieren in Nebenwerte

Vom Mittelstand profitieren

Das Indexsystem der Deutschen Börse beruht – neben dem Blue-Chip-Index DAX – im Mid- und Small-Cap-Bereich auf den Leitindizes MDAX und SDAX. Der MDAX (Mid-Cap-DAX) wurde am 19. Januar 1996 von der Deutschen Börse AG eingeführt, die Einführung des SDAX (Small-Cap-DAX) erfolgte am 21. Juni 1999. Damit feiert der SDAX im Juni 2019 sein 20-jähriges Jubiläum. Nach 20 (bzw. 23) Jahren bleibt festzuhalten, dass es beiden Indizes zusammen erfolgreich gelungen ist, ein Spiegelbild für den ökonomischen Erfolg des deutschen Mittelstands und den börsennotierten deutschen Mid und Small Caps zu sein. Aus indextechnischer Perspektive haben zu diesem Erfolg eine moderne Indexkonstruktion, ein durchdachtes Regelwerk mit Balance zwischen Kontinuität und Innovation, die hohe Transparenz des Prime Standards und besonders die gute Kursentwicklung vieler MDAX- und SDAX-Titel beigetragen. Als Resultat haben auch das Investoreninteresse, die Investierbarkeit (Produktauswahl) und die verwalteten Mittel (zum Beispiel in ETFs) besonders in den vergangenen zehn Jahren mit Blick auf MDAX und SDAX deutlich zugenommen. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

MDAX/SDAX: Performance im deutschen Indexvergleich
Der MDAX wird als Kurs- und Performanceindex (»Total Return«) berechnet, wobei die Berechnungsbasis – wie beim DAX – jeweils 1.000 Punkte zum 31. Dezember 1987 beträgt. Der SDAX wird ebenfalls als Free-Float-kapitalgewichteter Kurs- und Performanceindex berechnet, wobei er zur Einführung im Juni 1999 analog zu DAX und MDAX mit dem gleichen Basisdatum (30. Dezember 1987) und Basispreis (1.000 Punkte) zurückgerechnet wurde. Der MDAX weist im deutschen Indexvergleich eine ausgeprägte Outperformance auf. Seit Einführung (19. Januar 1996) hat er annualisiert ca. 14,8 Prozent gewonnen, während der DAX 10,4 Prozent und der SDAX (rückgerechnet) im selben Zeitraum ca. 10,6 Prozent pro Jahr zulegten. Seit der Indexreform im März 2003, bei dem die Titelanzahl für den DAX auf 30 Titel, MDAX auf 50 und SDAX auf 50 festgelegt wurde, erreichte der MDAX eine annualisierte Performance von ca. 14,4 Prozent, der SDAX 12,1 Prozent und der DAX 10,0 Prozent. Zur Indexreform im September 2018 wurde die Titelanzahl im MDAX auf 60 und im SDAX auf 70 erweitert, und gleichzeitig wurden deutsche Technologietitel in die beiden Indizes einsortiert.

Grafik 1: Deutsche Indizes im Vergleich (Start: 2003*)
Stand: 7. Juni 2019; Quelle: Commerzbank Research
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
*Start: 24. März 2003, Basis umgerechnet auf 100

Tabelle 1: Indizes, Unternehmen und Kürzel

Titel

Bloomberg-Kürzel

Kurs in Punkten

DAX

DAX Index

12.044

MDAX

MDAX Index

25.030

SDAX

SDYP Index

10.888

Stand: 7. Juni 2019 (15.32 Uhr); Quelle: Commerzbank Research

Die Bedeutung von MDAX und SDAX im Indexsystem
Das deutsche Prime-Standard-Segment umfasst zurzeit 320 Aktien. Das Prime-Standard-Segment umfasst alle deutschen Blue-Chip-Titel aus DAX, MDAX, SDAX, TecDAX und weitere kleinere Titel, die ebenfalls die hohen Transparenzanforderungen des Prime Segments erfüllen. Zusammengenommen erreichen die 320 Prime-Standard-Titel eine ungekappte Free-Float-Marktkapitalisierung von ca. 1.342 Milliarden Euro. Hierbei vereinigt der DAX mit ca. 72,0 Prozent den größten Anteil auf sich, auf den MDAX entfallen 21,17 Prozent, auf den SDAX 3,96 Prozent und auf sonstige Prime-Titel 2,87 Prozent. Der DAX dominiert also weiterhin die deutsche Indexlandschaft. Jedoch ist – aufgrund der Outperformance der deutschen Mid und Small Caps und der Ausweitung der Titelanzahl 2018 – seine Bedeutung rückläufig. So schrumpfte zum Beispiel sein Anteil seit Anfang 2003 von 84,4 Prozent um -12,4 Prozent.

Grafik 2: Indexanteile (in Prozent) am Prime-Standard-Segment der Deutschen Börsen AG im Juni 2019
Stand: 6. Juni 2019; Quelle: Deutsche Börse AG, Commerzbank Research

Aktuelle Free-Float-Niveaus in den Auswahlindizes
Die deutschen Börsenindizes werden anhand der Free-Float-Marktkapitalisierung berechnet. Der Free Float (bedeutet Streubesitz) ist dabei eine entscheidende Steuerungsgröße. Es zeigt sich, dass mit zunehmender Bedeutung der Indizes die Free-Float-Niveaus steigen und die Aktienpakete im Festbesitz kleiner werden. Im Small-Cap-Index liegt der durchschnittliche Free Float der SDAX-Titel bei ca. 64,3 Prozent, im MDAX schon bei 70,1 Prozent und im DAX sogar bei 86,0 Prozent.

Grafik 3: Vergleich der aktuellen durchschnittlichen Free-Float-Niveaus
Stand: Juni 2019; Quelle: Deutsche Börse AG; Commerzbank Research

Entwicklung der verwalteten ETF-Assets auf MDAX und SDAX
Seit einigen Jahren hat sich die Investierbarkeit in den MDAX und den SDAX deutlich erhöht. Am Beispiel ETFs erkennt man, dass sowohl die Anzahl an ETFs (zum Beispiel gibt es auf den MDAX 2019 mittlerweile sechs Flagship-Produkte) als auch die verwalteten Assets innerhalb der ETFs deutlich gestiegen sind. So sind zum Beispiel in den sechs MDAX-Flagship-ETFs zurzeit ca. 2,5 Milliarden Euro in MDAX-Titel investiert. In SDAX-ETFs werden zurzeit ca. 120 Millionen Euro verwaltet.

Grafik 4: MDAX-Flagship-ETFs – Aktuelle Assets under Management (in Summe)
Stand: 6. Juni 2019; Quelle: Commerzbank Research; Daten: Bloomberg

Sektoranalyse von MDAX und SDAX
Im Rahmen der Reform des Indexkonzepts der Deutschen Börse AG im März 2003 wurde die Sektorsystematik geändert, wobei die alten CDAX-Sektoren von den Sektoren des Prime Standards abgelöst wurden. Seither gibt es 18 Prime-Standard-Sektoren. Tabelle 2 gibt eine detaillierte Übersicht über die in MDAX und SDAX vertretenen Prime-Sektoren mit Titelanzahl und Gewicht. Dabei zeigt sich, dass die Sektoren Financial Services (umfassen ebenfalls den zuletzt stark gewachsenen Bereich der Real-Estate-Titel) und Industrial in beiden Fällen die Indexentwicklung am stärksten beeinflussen.

Tabelle 2: In MDAX und SDAX vertretene Standard-Sektoren

Sektor

Anzahl der Titel im MDAX

MDAX-Sektoranteil in %

Anzahl der Titel im SDAX

SDAX-Sektoranteil in %

Automobile

1

0,78 %

4

4,59 %

Banks

3

3,94 %

0

0,00 %

Basic Resources

1

0,55 %

1

1,68 %

Chemicals

6

10,50 %

1

0,70 %

Construction

1

0,82 %

0

0,00 %

Consumer

2

3,24 %

2

1,42 %

Financial Services*

7

14,36 %

11

18,44 %

Food & Beverages

0

0,00 %

1

1,73 %

Industrial

10

25,84 %

25

32,75 %

Insurance

1

3,51 %

2

4,49 %

Media

4

5,26 %

3

7,92 %

Pharma & Healthcare

7

12,00 %

2

1,47 %

Retail

5

6,51 %

6

6,48 %

Software

4

4,33 %

5

8,93 %

Technology

2

1,36 %

3

4,10 %

Telecommunication

3

2,56 %

0

0,00 %

Transportation & Logistics

1

1,14 %

3

4,12 %

Utilities

2

3,33 %

1

1,17 %

Stand: 6. Juni 2019; Quelle: Deutsche Börse AG, Commerzbank Research; *umfasst nach Definition der Deutschen Börse auch Real-Estate-Titel

Anlageidee: ETFs auf Nebenwerte-Indizes

Sie sind auf der Suche nach Nebenwerte-Indizes zur ausgewogenen Zusammenstellung Ihres Depots?

Ganz gleich, wo Sie Ihren Schwerpunkt setzen möchten – Deutschland, Europa oder USA –, bei ComStage werden Sie fündig. Bei den genannten ETFs handelt es sich um ausschüttende ETFs, das bedeutet, dass anfallende Dividenden und Zinsen in der Regel einmal jährlich direkt an den Investor ausgeschüttet werden. Die Erträge werden dabei automatisch von der depotführenden Stelle dem Konto des Investors gutgeschrieben. So erhalten Anleger regelmäßige Erträge aus ihrem ETF.

Bei den ComStage 1 ETFs handelt es sich um physisch replizierende ETFs, die nach deutschem Recht aufgelegt wurden und bei denen Wertpapierleihe- und Pensionsgeschäfte in den Anlagebedingungen ausgeschlossen sind.

Weitere Informationen sowie ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs stehen Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

SDAX

ETF 005

0,70 %

Ausschüttend

100,59/100,79 EUR

MSCI Europe Mid Cap

ETF 125

0,35 %

Ausschüttend

97,77/97,99 EUR

MSCI Europe Small Cap

ETF 126

0,35 %

Ausschüttend

41,28/41,42 EUR

S&P MidCap 400

ETF 122

0,35 %

Ausschüttend

177,98/178,18 EUR

S&P SmallCap 600

ETF 123

0,35 %

Ausschüttend

40,67/40,74 EUR

ComStage 1 UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

MDAX

ETF 907

0,30 %

Ausschüttend

139,14/139,26 EUR

TecDAX

ETF 908

0,40 %

Ausschüttend

22,51/22,54 EUR

SDAX

ETF 905

0,70 %

Ausschüttend

53,21/53,35 EUR

Stand: 26. Juni 2019; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.