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ETF im Fokus ATX – Investieren in Österreich

Österreich – beim ersten Gedanken an unsere Nachbarn aus der Alpenrepublik fallen Ihnen wahrscheinlich erst einmal Urlaub, Berge, Skifahren oder Wandern ein. Doch das Nachbarland Deutschlands hat viel mehr zu bieten. So konnte der österreichische Aktienmarkt in den vergangenen Jahren deutlich zulegen. Von 2015 bis 2017 war die Wiener Börse sogar der europäische Aktienmarkt mit der besten Performance.

In der vorliegenden Ausgabe der Rubrik »ETF im Fokus« stellen wir Ihnen den ATX näher vor. Erfahren Sie mehr über das Indexkonzept und die aktuelle Entwicklung des Index, um interessante Investmentmöglichkeiten mit ETFs abseits von regionalen ETFs auf dem deutschen Aktienmarkt kennenzulernen.

Das Indexkonzept des ATX
Der ATX ist ein nach Streubesitz gewichteter Preisindex und besteht aus den umsatzstärksten Aktien, die im Prime Market der Wiener Börse gehandelt werden. Der Index entspricht den strengsten europäischen und globalen Qualitäts- und Transparenzstandards, die von ESMA und IOSCO definiert wurden, sowie den UCITS-IV-Standards für Portfoliodiversifikation.

Da es sich um einen Preisindex handelt, fließen Dividenden nicht in den Index ein. Die Gewichtungsgrenze je Aktie im ATX liegt bei 20 Prozent. Die ATX-Zusammensetzung wird halbjährlich (März, September) auf Basis der ATX-Beobachtungsliste überprüft. Dabei werden die Unternehmen des Prime Markets nach Umsatz und Streubesitzkapitalisierung gereiht. Der ATX wird in Euro börsentäglich in Echtzeit berechnet und veröffentlicht und spiegelt somit realtime die Kursentwicklung der Blue Chips der Wiener Börse wider.

Vor über 25 Jahren, am 2. Januar 1991, startete der Austrian Traded Index (ATX) mit 17 Unternehmen bei 1.000 Punkten als neuer Leitindex der Wiener Börse. Heute enthält er die Aktien der 20 größten börsennotierten Unternehmen Österreichs.

Tabelle 1: Details zum ATX

Indextyp

Preisindex

Preisaktualisierung

Echtzeit

Indexlaunch

2. Januar 1991

Unternehmen im Index

20

Gewichtungsgrenze je Aktie

20 %

Überprüfung Berechnungsparameter

Vierteljährlich

Überprüfung Zusammensetzung

März, September

Weitere Detailinformationen

www.wienerborse.at/indizes

Quelle: Wiener Börse AG

Wertentwicklung
Die Wertentwicklung des ATX in den vergangenen Jahren kann sich sehen lassen. So konnte der Index seit Auflage rund 200 Prozent an Wert zulegen (siehe Grafik 1). Berücksichtigt man mittels ATX Total Return auch die Dividendenzahlungen, kommt man sogar auf ein Plus von über 400 Prozent. Dies verdeutlicht, dass sich ein langfristiges Investment in österreichische Aktien seit 1991 auf jeden Fall gelohnt hat.

Kurzfristig kann sich aufgrund von Marktvolatilitäten ein gänzlich anderes Bild darstellen: Im Oktober 2008, am Höhepunkt der Finanzkrise, wurden im gesamten Zeitraum sowohl das größte Tagesminus (–9,8 Prozent) als auch der größte ATX-Tagesgewinn (+12,8 Prozent) erzielt. Den niedrigsten Indexstand anhand der historischen Tagesschlusskurse erreichte der ATX am 13. August 1992 mit 682,96 Punkten, das Allzeithoch wurde am 9. Juli 2007 mit 4.981,87 Punkten erreicht.

Grafik 1: Wertentwicklung des ATX seit Auflage am 2. Januar 1991
Stand: 5. Dezember 2018; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Indexzusammensetzung
Der ATX umfasst grundsätzlich 20 Titel. Um in den Index aufgenommen werden zu können, muss ein Unternehmen zumindest unter den besten 25 hinsichtlich der Kriterien Umsatz und Streubesitzkapitalisierung liegen. Die Streubesitzkapitalisierung (streubesitzadjustierte Marktkapitalisierung) berechnet sich aus der Multiplikation der ausgegebenen Aktien des Unternehmens mit dem Free-Float-Faktor (FFF) und dem aktuellen Aktienpreis. Unter Streubesitz oder Free-Float versteht man den Aktienanteil einer Aktiengesellschaft, der nicht in festem Besitz ist. Alle Anteile unter 5 Prozent werden als Streubesitz betrachtet.

Kommt es zur Aufnahme eines Aktientitels in den ATX während der laufenden Beobachtungsperiode, so kann der ATX vorübergehend mehr als 20 Titel enthalten. Notieren an der Wiener Börse weniger als 20 Titel im Prime Market, so umfasst der ATX entsprechend weniger Titel.

Bei der Aktie mit dem höchsten Anteil im Index handelt es sich um die Erste Group Bank, die zurzeit mit einem Gewicht von leicht über 20 Prozent im Index vertreten ist (siehe Tabelle 2). Bei der Erste Group Bank handelt es sich um eine der größten Bankengruppen in Zentral- und Osteuropa. Die kleinste im ATX repräsentierte Aktie ist derzeit die Aktie FACC, ein chinesisch-österreichischer Flugzeugkomponentenhersteller mit einem Indexanteil von 0,75 Prozent.

Tabelle 2: Top 10 des ATX

Position

Aktie

Indexgewichtung

1

Erste Group Bank

19,89 %

2

OMV

15,59 %

3

Raiffeisen Bank International

9,05 %

4

Voestalpine

7,55 %

5

Andritz

6,79 %

6

Verbund

5,97 %

7

Wienerberger

5,12 %

8

CA Immobilien Anlagen

4,56 %

9

IMMOFINANZ

4,37 %

10

BAWAG Group

3,33 %

Stand: 11. Dezember 2018; Quelle: Wiener Börse AG

Aus der großen Differenz in der Gewichtung, also zwischen dem Indexanteil des größten und kleinsten Werts, wird deutlich, dass der ATX, trotz der regionalen Begrenzung, relativ ungleichmäßig gewichtet ist. So machen bereits die ersten fünf Topaktien im ATX über 60 Prozent des gesamten Indexanteils aus. Dies führt dazu, dass die Risikostreuung relativ gering ist und die Wertentwicklung des Index somit maßgeblich von einigen wenigen Aktien beeinflusst wird.

Bei den Schwergewichten im Index handelt es sich um die bereits genannte Erste Group Bank, OMV (ein internationales Öl- und Gasunternehmen), die Raiffeisen Bank International (die zweitgrößte österreichische Bank), die Voestalpine (weltweit agierender stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern) und Andritz (Konzern für Maschinen-Anlagenbau).

Nur drei der 20 Unternehmen sind bereits seit Auflage des Index ohne Unterbrechung im ATX vertreten. Dabei handelt sich um OMV, die Verbund AG (Österreichs größtes Elektrizitätsversorgungsunternehmen) und Wienerberger (größter Ziegelproduzent weltweit).

Branchenstruktur
Beim Blick auf die Branchenverteilung des ATX (siehe Grafik 2) wird deutlich, dass weit mehr als über 50 Prozent der Gewichtung auf Unternehmen aus den Sektoren Banken und Finanzdienstleistungen (33,97 Prozent) sowie den Öl-, Gas- und Metallsektor (25,77 Prozent) entfallen. Bei dem drittgrößten Sektor handelt es sich mit einem Anteil von nur noch knapp 10 Prozent um Industrie- und Transportunternehmen.

Grafik 2: Branchenverteilung des ATX
Stand: 29. November 2018; Quelle: Wiener Börse AG

Index im Vergleich
Ebenfalls lohnt ein Blick auf den Indexvergleich ATX zum deutschen Leitindex DAX sowie den europäischen EURO STOXX 50-Index (siehe Grafik 3). Um einen fairen Vergleich der Indizes zu gewährleisten, wurden die Performanceindizes herangezogen. Das bedeutet, dass diese nicht nur die Kursentwicklung der entsprechenden Einzelaktien abbilden, sondern auf der Grundlage der Gesamtrendite (»Total Return«) mit reinvestierten Nettodividenden berechnet werden. Im 5-Jahres-Vergleich schneidet hier der ATX mit einem Plus von 34,62 Prozent am besten ab. Der EURO STOXX 50 folgt auf Platz 2 mit einem Plus von 26,20 Prozent und den letzten Platz belegt in diesem Vergleich der DAX mit einer 5-Jahres-Performance in Höhe von 22,89 Prozent. Somit zeigt der ATX insbesondere in den vergangenen Jahren eine deutliche Outperformance gegenüber seinen Mitstreitern.

Grafik 3: ATX im Indexvergleich inklusive Netto-Dividenden – ATX versus DAX versus EURO STOXX 50
Stand: 4. Dezember 2018; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung

Die Dividendenrendite der drei Indizes im vergangenen Jahr unterschieden sich hingegen nur wenig voneinander. Spitzenreiter war hier im Jahresvergleich der EURO STOXX 50 mit 3,84 Prozent p.a., dicht gefolgt vom DAX mit einer Dividendenrendite von 3,40 Prozent p.a., und den letzten Platz belegte der ATX mit 3,34 Prozent, also auch nur wenigen Prozentpunkten weniger als die Vergleichsindizes.

Auch wenn alle Indizes seit Jahresbeginn 2018 an Wert verloren haben, so verzeichnete der österreichische Leitindex einen kleineren Verlust als die beiden Vergleichsindizes.

Anlageidee: ComStage ETF auf den ATX

Als Umsetzung einer Investition in den ATX bietet ComStage den ComStage ATX UCITS ETF an. Mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,25 Prozent bietet der ETF eine günstige Anlagemöglichkeit, in den österreichischen Aktienmarkt zu investieren.

Bei dem ComStage ATX UCITS ETF handelt es sich um einen ausschüttenden ETF. Für Anleger bedeutet das, dass anfallende Dividenden in der Regel einmal jährlich ausgeschüttet werden. Die Erträge werden dabei automatisch durch die depotführende Stelle dem Konto des Investors gutgeschrieben.

Weitere Informationen zu dem genannten ETF sowie ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs stehen Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

ATX

ETF 031

0,25 %

Ausschüttend

34,54/34,59 EUR

Stand: 13. Dezember 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung des genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.