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US-Aktienmarkt 2018: Das zehnte Jahr des Haussezyklus

Der amerikanische Aktienmarkt startet 2018 das zehnte Jahr seines Haussezyklus. Ein charttechnischer Blick auf drei US-Leitindizes, den S&P 500, den Dow Jones Industrial Average und den Nasdaq 100, verdeutlicht zwei wesentliche Aspekte: Erstens, dass sich die Leitindizes nach dem starken Börsenjahr 2017 weiterhin in intakten Haussetrends befinden. Zweitens, dass aufgrund der ausgeprägten Zugewinne der Vorjahre und der überkauften technischen Lage an der Wall Street 2018 mit einem Nachlassen der Aufwärtsdynamik gerechnet werden sollte.

S&P 500
Aus langfristiger technischer Sicht durchläuft der amerikanische Leitindex S&P 500 seit 2009 einen technischen Haussezyklus. Dies steht für eine mehrjährige Aufwärtsbewegung, die von ausgeprägten Kursgewinnen begleitet wird. Auf Kalenderjahresbasis beginnt 2018 also das zehnte Jahr des Haussezyklus, der seit Januar 2009 bisher einen Zugewinn von ca. 185 Prozent des Kursindex S&P 500 geliefert hat. Ein kleiner Rückblick auf 2017 zeigt, dass dieses Jahr, in US-Dollar betrachtet, besonders hohe Zugewinne (+18,4 Prozent) lieferte (siehe Grafik 2). Gleichzeitig war es ein Jahr mit einer extrem niedrigen Schwankungsbreite. So gab es 2017 nur acht Tage mit einer Kursbewegung von >+–1 Prozent (siehe Grafik 1). Dies ist seit 1928 das viertruhigste Börsenjahr in der Geschichte des amerikanischen Leitindex. Nur in den frühen Sechzigerjahren – im Nachklang der Zwischenbaisse aus 1962 – lief der S&P 500 ruhiger nach oben. Mögliche Gründe für das ruhige Börsenjahr 2017 waren vermutlich die global lockere Geldpolitik der Notenbanken, die weltweit robuste Konjunktur und gegebenenfalls auch der Boom passiver Investment-Produkte wie zum Beispiel ETFs. In Summe ergeben sich aus dieser statistischen historischen Einordnung des Jahres 2017 folgende zwei Erkenntnisse: Erstens, dass auch die späten Jahre eines langen Haussezyklus deutliche Kursgewinne liefern können. Zweitens, dass es nach Jahren mit niedriger Volatilität und hohen Kurssteigerungen – wie 2017 – in der Regel zu weiteren Jahren mit Kursgewinnen und leicht ansteigender Volatilität gekommen ist (Details siehe Grafik 1).

Grafik 1: S&P 500 – Anzahl an Handelstagen im Kalenderjahr mit einer Kursbewegung absolut größer als 1 Prozent*
Grafik 1: S&P 500 – Anzahl an Handelstagen im Kalenderjahr mit einer Kursbewegung absolut größer als 1 Prozent*
*auf Schlusskursbasis berechnet

Diese statistischen Rahmendaten geben in Kombination mit der momentanen technischen Gesamtlage eine Indikation für den US-Aktienmarkt 2018. Aus technischer Sicht startete der S&P 500 im Frühjahr 2009 bei Kursen um 667 Punkten den laufenden Haussezyklus (siehe Grafik 2). Innerhalb der zentralen Haussebewegung bildete sich ab Februar 2016 (Start: 1.820 Punkte) der derzeitige Haussetrend (Trendlinie zurzeit bei 2.565 Punkten) hinaus (siehe Grafik 3). Dieser führte den Index im August 2016 – noch vor der US-Präsidentschaftswahl – mit einem neuen Investment-Kaufsignal über die Widerstandszone aus 2014/2015 (Sprung über 2.135 Punkte). Seitdem werden regelmäßig neue Allzeithochs erreicht. Nach 21 Monaten eines feinen Haussetrends liegt nun jedoch eine mittelfristig (stark) überkaufte technische Struktur vor. Diese überkaufte Lage findet sich besonders bei einigen Index-Schwergewichten aus dem Technologiebereich, die den S&P 500 2017 nach oben zogen. Mit Blick auf das Jahr 2018 könnte es zu einer deutlichen Abschwächung des Haussezyklus kommen, sobald der feine Haussetrend zur Seite verlassen wird. In diesem Fall dürfte die folgende Konsolidierung/Korrektur zu einer Erhöhung der Schwankungsintensität des Index führen. Die historische Erfahrung zeigt zwar, dass es dabei selten zu einem starken Abverkauf an der US-Börse kommt. Jedoch dürfte nach dem Verlassen des Haussetrends im S&P 500 die Herausbildung einer Seitwärtspendelbewegung die größte technische Wahrscheinlichkeit aufweisen.

Grafik 2: S&P 500 im Haussezyklus – Prozent-Zugewinn seit Anfang 2009 und Jahresperformance
Grafik 2: S&P 500 im Haussezyklus – Prozent-Zugewinn seit Anfang 2009 und Jahresperformance
Grafik 3: S&P 500
Grafik 3: S&P 500
Stand: 18. Dezember 2017; Quelle: Reuters, Commerzbank AG. Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Dow Jones Industrial Average
Der Dow Jones Industrial Average ist einer der ältesten US-Aktienindizes und wurde am 26. Mai 1896 zum ersten Mal von Charles Dow im Wall Street Journal veröffentlicht. Wegen seiner Erfolgsgeschichte ist er einer der bekanntesten US-Indizes, auch wenn er durch seine historisch unveränderte Berechnungsmethode (Preisgewichtung) bei institutionellen Investoren nur eine untergeordnete Rolle spielt. 2017 durchlief der Dow Jones im Nachklang der US-Präsidentschaftswahl bei deutlich gesteigerten Volumina ein brillantes Haussejahr. Dabei wurde der Meilenstein von 20.000 Punkten erreicht, und der nächste Meilenstein von 25.000 Punkten ist bereits in die Nähe gerückt. Aus technischer Sicht etablierte der Index ausgehend vom Tief im Februar 2016 (15.370 Punkte) einen intakten, beschleunigten Haussetrend (siehe Grafik 4). Dieser führte den Index mit einem übergeordneten Investment-Kaufsignal über den Widerstand bei 18.351 Punkten. 2017 durchlief der Dow Jones in einem Wechselspiel von Mini-Konsolidierungen und neuen Trading-Kaufsignalen eine Phase der technischen Neubewertung, bei der regelmäßig neue Allzeithochs erreicht werden. Seit Oktober 2017 hat sich die Aufwärtsbewegung nochmals gesteigert. Damit liegt nun auf allen Zeitebenen (kurzfristig bis langfristig) eine klar überkaufte technische Lage vor. Einerseits ist der Aufwärtstrend (Trendlinie zurzeit bei 22.250 Punkten) noch intakt. Andererseits sollte es nicht überraschen, wenn der Dow Jones Industrial Average 2018 seine überkaufte Lage in einer ausgeprägten Konsolidierungsphase abarbeitet. In Summe dürfte das hohe Aufwärtsmomentum aus 2017 dabei verloren gehen.

Grafik 4: Dow Jones Industrial Average
Grafik 4: Dow Jones Industrial Average
Stand: 18. Dezember 2017; Quelle: Reuters, Commerzbank AG. Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Nasdaq 100
Der Nasdaq 100 umfasst die 100 größten an der Nasdaq gelisteten US-Aktien und hat damit einen klaren Fokus auf Technologie. Aus technischer Sicht befindet sich der Index in einer Bilderbuchhausse und hat unter den US-Leitindizes zurzeit die technische Führungsrolle inne. Mit dem Sprung über 4.740 Punkte und anschließend über das alte Allzeithoch aus dem Jahr 2000 (war bei 4.816 Punkten) ging der Index Ende 2016 in einen beschleunigten Haussetrend (Trendlinie zurzeit bei 6.200 Punkten) über (siehe Grafik 5). Aus derzeitiger technischer Sicht weist der Nasdaq 100 eine anhaltende Relative Schwäche zum Beispiel gegenüber dem S&P 500 und dem Dow Jones Industrial Average auf. Auch wenn beim Nasdaq 100 die technische Ampel zurzeit noch auf Grün steht, sollte mit Blick auf 2018 die Haussetrendlinie genau beobachtet werden. Beim Verlassen des Haussetrends sollte zumindest die Rückkehr in eine neutrale technische Lage anstehen.

Grafik 5: Nasdaq 100
Grafik 5: Nasdaq 100
Stand: 18. Dezember 2017; Quelle: Reuters, Commerzbank AG. Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung

Anlageidee: ETFs auf US-Aktienindizes

Nutzen Sie die Einschätzungen unserer Experten und partizipieren Sie an der Entwicklung des amerikanischen Aktienmarktes. Während der Dow Jones Industrial Average sich auf die Entwicklung der 30 größten US-amerikanischen Unternehmen fokussiert, können Anleger mit einem ETF auf den S&P 500 an der Wertentwicklung der 500 größten US-amerikanischen Unternehmen partizipieren.

Für Anleger, die nicht nur in große US-Unternehmen investieren möchten, sondern eine Aufteilung in die Segmente Mid oder Small Cap wünschen, bietet ComStage ebenfalls eine Lösung. So bildet der S&P MidCap-Index ca. 400 mittelgroße Unternehmen und der S&P SmallCap-Index über 600 kleine Unternehmen ab. Für Anleger, bei denen neben den USA noch ein Anteil Kanada enthalten sein soll, bietet hingegen der ComStage ETF auf den MSCI North America Index eine interessante Alternative. Der MSCI North America Index beinhaltet ca. 700 Aktientitel und deckt dabei ca. 85 Prozent der Streubesitzmarktkapitalisierung in Kanada und den USA ab.

Für Anleger aus dem Euroraum ergibt sich beim Erwerb von ETFs auf US-Aktienindizes ein Währungseinfluss, der aus der Entwicklung des Euro/US-Dollar–Wechselkurses resultiert. Dies kann für den Anleger sowohl von Vorteil als auch von Nachteil sein. Während Anleger bei einem sinkenden Euro einen für sie positiven Währungseinfluss erfahren, kann ihnen hingegen bei einem im Vergleich zum US-Dollar steigenden Euro Verlust entstehen. Für Anleger, die Euro/US-Dollar-Währungseinflüsse weitgehend vermeiden möchten, bietet ComStage ebenfalls einen währungsgesicherten ETF an (WKN: ETF 014). Der S&P 500 Euro Daily Hedged Net TR ist ein Index, der die Wertentwicklung des S&P 500 auf täglicher Basis währungsgesichert in Euro abbildet. Damit soll eine weitestgehende Unabhängigkeit von der US-Dollar/Euro-Wechselkursveränderung angestrebt werden.

Ein Überblick über das gesamte Angebot von ComStage ETFs steht Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETFs auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

Dow Jones Industrial Average

ETF 010

0,45 %

Thesaurierend

243,72/243,85 EUR

Nasdaq 100

ETF 011

0,25 %

Thesaurierend

57,77/57,79 EUR

S&P 500

ETF 012

0,12 %

Thesaurierend

255,06/255,16 EUR

S&P 500 EUR Daily Hedged

ETF 014

0,30 %

Thesaurierend

44,94/44,96 EUR

S&P MidCap 400

ETF 122

0,35 %

Thesaurierend

169,46/169,78 EUR

S&P SmallCap 600

ETF 123

0,25 %

Thesaurierend

39,58/39,65 EUR

MSCI North America

ETF 113

0,25 %

Thesaurierend

63,62/63,64 EUR

Stand: 18. Dezember 2017; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.