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Vermögenswirksame Leistungen

Früh beginnen zahlt sich aus

Für viele Jugendliche beginnt im Herbst die Berufsausbildung. Dabei stehen sie auch vor wichtigen Entscheidungen über die finanzielle Absicherung und den Vermögensaufbau. Bei VL-Sparen mit ETFs hilft sogar der Staat.
Hunderttausende haben am 1. September ihre Ausbildung begonnen. Je nach Beruf und Region liegen die monatlichen Gehälter für das erste Lehrjahr zwischen 350 und 975 Euro. Große Sprünge sind damit insbesondere für die unteren Gehaltsstufen nicht zu machen, viele Auszubildende bleiben daher weiterhin auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Unabhängig aber von der Höhe des ersten Gehalts: Mit dem Start ins Berufsleben müssen erste wichtige Weichen für die künftige finanzielle Sicherheit gestellt werden.

Ausbildungshilfen
Zunächst gilt es, die täglichen Kosten zu decken. Bis zum 25. Lebensjahr haben Eltern Anspruch auf Kindergeld. Leben die Auszubildenden nicht mehr zu Hause, können sie das Geld bei den Eltern einfordern. Sollten sie dies verweigern, reicht ein Antrag auf Auszahlung des Kindergelds bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit. In bestimmten Fällen können Auszubildende, die nicht mehr bei den Eltern leben, auch eine Berufsausbildungshilfe bei der Arbeitsagentur beantragen, die anders als beim BAföG für Studenten nicht mehr zurückgezahlt werden muss.

Risiken absichern
Innerhalb der ersten zwei Wochen der Lehre müssen sich die Auszubildenden auch für eine Krankenkasse entscheiden. Sind die Kinder in einer privaten Krankenkasse der Eltern mitversichert, müssen sie sich wegen des niedrigen Gehalts erst einmal für eine gesetzliche Krankenkasse entscheiden. Mit einer sogenannten Anwartschaft kann man sich jedoch die Möglichkeit auf eine Rückkehr in die private Krankenkasse offenhalten. Wichtig sind darüber hinaus eine Privathaftpflicht- sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Kleine Missgeschicke im Leben können Millionenschäden hervorrufen, die den finanziellen Ruin bedeuten können. Eine private Haftpflicht kann hier vorsorgen. Bis zum Ende der ersten Ausbildung sind Auszubildende jedoch über eine Familienpolice der Eltern mit abgesichert. Rund jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland muss wegen eines Unfalls oder einer Erkrankung vorzeitig seinen Beruf aufgeben. Über spezielle Tarife einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die in der Ausbildungszeit deutlich niedriger sind als danach, können Risiken vermieden werden.

Vorsorge möglichst früh – am besten mit ETF-VL-Sparen
Mit dem Aufbau eines kleinen Finanzpolsters kann man nicht früh genug beginnen. Mit dem ersten Gehalt steht die Möglichkeit des vermögenswirksamen Sparens (VL-Sparen) auch dem jungen Arbeitnehmer offen. Und das Gute daran: Der Arbeitnehmer kann dabei den Staat am eigenen Vermögensaufbau beteiligen. Es winken maximal 80 Euro pro Jahr als staatliche Arbeitnehmersparzulage (20 Prozent bei Aktienfonds bzw. ETFs). Voraussetzung für den Erhalt der Arbeitnehmersparzulage ist jedoch, dass man als Single jährlich nicht über 20.000 Euro verdient (Ehepaare: 40.000 Euro). Bei den wenigsten Auszubildenden dürfte dies jedoch der Fall sein. Beim VL-Sparen zahlt der Arbeitnehmer sechs Jahre lang monatlich bis maximal 40 Euro steuer- und sozialabgabenfrei ein. Das Geld wird dann monatlich in Aktienfonds investiert.

Nur wenige Direktbanken bieten VL-Sparen mit ETFs
Besonders günstig ist dabei ETF-VL-Sparen. Mit den monatlichen Beiträgen erwirbt der Auszubildende entsprechende ETF-Fondsanteile. Nach sieben Jahren steht das angesparte Kapital dann frei zur Verfügung. Der Antrag auf VL-Sparen ist beim Arbeitgeber zu stellen. Direktbanken wie comdirect, finvesto, ebase oder Wüstenrot direct bieten VL-Sparen auf Basis von ETFs an. Bei finvesto kann der Anleger beispielsweise aus rund 90 unterschiedlichen ETFs den passenden für sich heraussuchen. Besonders beliebt sind ETFs auf den Dax oder den MSCI World Index. Als Kaufgebühren fallen pro Ausführung rund 0,45 Prozent der Sparsumme – also 0,18 Euro – an. Das Depotführungsentgelt für einen VL-Sparvertrag liegt bei 10 Euro pro Jahr. Wie für Direktbanken üblich, erhält der Sparer über einen Online-Zugang oder eine App jederzeit einen Überblick über die Entwicklung seines ETF-VL-Sparvertrags.

Fazit: Kindergeld und Berufsausbildungshilfe helfen bei der Finanzierung der Ausbildung. Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherungen vermindern Lebensrisiken. Wichtig ist auch ein früher Beginn des Vermögensaufbaus. VL-Sparen auf ETF-Basis kann ein erster wichtiger Beitrag dazu sein.