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ETF im Fokus

MSCI World – ein Muss in jeder Strategie, aber.…

Immer wieder werden uns wichtige Fragen gestellt: Wie stelle ich mein Aktienportfolio selbst zusammen? In welche Indizes investiere ich? Sollte ich hauptsächlich auf dem deutschen Markt aktiv sein? Eigentlich möchte ich aber auch die Rally an den amerikanischen Aktienmärkten nicht verpassen und Emerging Markets und Technologieaktien sollten ja auch weiterhin ein Thema sein, glaubt man den Experten.  

Am Ende landen viele Privatanleger beim MSCI World, vor allem als breit gestreutes Basisinvestment. Was grundsätzlich eine gute Entscheidung ist und daher in keinem Portfolio fehlen sollte. Allerdings sollten Anleger dabei auch einige wichtige Einzelheiten zu dem Weltindex kennen. Diese sind nicht allein wichtig für die Entscheidung, ob ich in einen MSCI World ETF investiere oder nicht, sondern vielmehr auch dafür, wie die Auswahl an ETFs daneben und somit mein Gesamtportfolio aussehen sollte – klassisches Core-Satellite-Prinzip. Warum das so ist, welche wichtigen Details Sie zum MSCI World kennen sollten und warum sich daneben ein DAX ETF besser eignet als ein ETF auf den Dow Jones, legen wir Ihnen in einem neuen Teil von »ETF im Fokus« dar.

Einfach weltweit investieren
Bei einer weltweit gestreuten Anlage in Aktien sehen sich viele Investoren zu Recht den MSCI World Index an. Dieser Index ist der wohl bekannteste Aktienindex der Welt. Berechnet wird der Index vom global agierenden Indexanbieter MSCI. Bei den vier Buchstaben handelt es sich um die Abkürzung von Morgan Stanley Capital International. Zu Beginn gehörte MSCI noch der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley und dem Investmentunternehmen Capital Group International, ist aber seit 2009 unabhängig. Die Aktienindizes von MSCI zeichnen sich dadurch aus, dass sie weltweit die gleiche Systematik anwenden und somit gerade auch für professionelle Anleger eine durchgehende Logik verwenden.

Gewichtung als wichtiges Merkmal für Rendite und Risiko
Die Grundsystematik des MSCI World Index besteht darin, einen Korb mit Aktien aus 23 entwickelten Ländern weltweit abzubilden. Hierbei wird das Gewicht einer einzelnen Aktie durch ihre jeweilige Marktkapitalisierung bestimmt, also aus dem Wert aller Aktien, die frei an der Börse gehandelt werden können. Sie wird berechnet, indem man den aktuellen Aktienkurs mit der frei handelbaren Anzahl aller Anteilscheine, auch Streubesitz genannt, multipliziert. Der Index deckt dabei ungefähr 85 Prozent der streubesitzgewichteten Marktkapitalisierung aller berücksichtigten Länder ab.

Für Anleger ist es im Kontext der gesamten Portfolioallokation wichtig, sich die Gewichtung der Aktien näher anzusehen. Aktuell sind im Index rund 1.640 verschiedene Aktien enthalten. Diese breite Diversifikation hat den positiven Effekt, dass ein ETF, der diesen Index abbildet, in seiner Wertentwicklung ebenfalls diese Streuung reflektiert und dadurch nur in sehr geringem Umfang von einzelnen Aktien abhängig ist. Die Aktie mit der weltweit höchsten Marktkapitalisierung ist aktuell mit 1,08 Billionen Dollar die Aktie von Apple. Dies führt zu einer Gewichtung im MSCI World Index von 2,69 Prozent (siehe Tabelle 1). Im Vergleich: Die größte deutsche Aktie ist momentan SAP mit einer Marktkapitalisierung von 127,5 Milliarden Euro und einer Gewichtung von 0,29 Prozent. Die zehn größten Unternehmen machen deutlich, dass die Gewichtung von amerikanischen Aktien dominiert wird.

Tabelle 1: Top-10-Indexkomponenten des MSCI World Index

Position

Indexgewichtung

Apple

2,69 %

Amazon

2,00 %

Microsoft

1,98 %

Facebook

0,97 %

JP Morgan

0,95 %

Johnson & Johnson

0,91 %

Alphabet C

0,90 %

Alphabet A

0,87 %

Exxon Mobil

0,86 %

Bank of America

0,73 %

Stand: 14. September 2018; Quelle: MSCI Inc.

Die breite Streuung spiegelt sich ebenfalls in der Schwankungsintensität des Index, auch Volatilität genannt, wider. Denn diese fällt beim MSCI World Index geringer aus als im Vergleich zu vielen weniger diversifizierten Indizes. So weist der MSCI World mit 12,81 Prozent Volatilität pro Jahr die geringste Schwankungsintensität und somit auch das geringste Risiko aus und erzielte dennoch eine Wertentwicklung von über 167 Prozent in den letzten zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis trug vor allem der amerikanische Markt den Großteil bei, da die marktkapitalisierte Gewichtung dazu führt, dass die USA im Index sehr hoch gewichtet sind und im langfristigen 10-Jahres-Vergleich die höchste Rendite erzielt haben.

Somit ist ein Blick auf die Länderverteilung beim MSCI World sehr wichtig. Deutschland liegt mit einer Gewichtung von 3,25 Prozent lediglich an Position 6 (siehe Grafik 1). Dominiert wird der MSCI World, wie bereits beschrieben, ganz deutlich von den USA mit 62,52 Prozent, gefolgt von Japan mit 8,24 Prozent und dem Vereinigten Königreich mit 5,94 Prozent.

Grafik 1: Länderverteilung des MSCI World Index
Grafik 1: Länderverteilung des MSCI World Index
Stand: 14. September 2018; Quelle: MSCI Inc.

Das Währungsrisiko im MSCI World
In Euro denkende Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Wertentwicklung eines Investments nicht nur von den im Index enthaltenen Aktien, sondern zusätzlich von den Wechselkursentwicklungen der enthaltenen Währungen, wie beispielsweise dem US-Dollar zum Euro, abhängt. Ein kleines Beispiel verdeutlicht dies: Steigen die amerikanischen Aktien um 5 Prozent und wertet der Euro im Gegensatz zum US-Dollar im gleichen Zeitraum um 5 Prozent auf, so erzielt ein europäischer Anleger keinen Gewinn aus den US-Aktien. Natürlich sind im MSCI World noch weitere Währungen enthalten, die sich sowohl positiv als auch negativ für einen Anleger entwickeln können.

Oft vergessen, aber wichtig: Fondswährung versus Handelswährung
Ein weiterer Punkt, den Anleger beim MSCI World Index beachten sollten, ist die Fondswährung, in der das ETF-Fondsvermögen berechnet wird. Diese orientiert sich an der Indexwährung. Im Fall des MSCI World ist das der US-Dollar. Die Handelswährung wiederum ist die Währung, in der ein ETF an einer bestimmten Börse gehandelt wird. Selbst wenn ein Anleger einen ETF an der Börse in Euro kauft, unterliegt er einem Währungsrisiko. Im MSCI World sind das die in Grafik 2 genannten Währungen. In der Vergangenheit sind Euro-Anleger, die den MSCI World Index mithilfe eines ETF erworben haben, besser gefahren als US-Investoren, was auf eine Aufwertung des amerikanischen Dollars zurückzuführen ist.

Grafik 2: Währungen im MSCI World Index
Grafik 2: Währungen im MSCI World Index
Stand: 14. September 2018; Quelle: MSCI Inc.

Grafik 3 zeigt die Wertentwicklung der letzten zehn Jahre des MSCI World in US-Dollar im Vergleich zum Euro. Damit konnte ein Euro-Anleger eine Rendite inklusive Dividenden von über 160 Prozent erzielen, während ein US-Dollar-Anleger eine Rendite von knapp 120 Prozent erreichte.

Grafik 3: MSCI World-Index Vergleich – US-Dollar versus Euro

Wertentwicklung vom 11. September 2008 bis 11. September 2018

Grafik 3: MSCI World-Index Vergleich – US-Dollar versus Euro
Stand: 27. September 2018; Quelle: Bloomberg, MSCI Inc.
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Tabelle 2: MSCI World im Indexvergleich Vergleich aus Sicht eines Euro-Anlegers inklusive Dividenden

MSCI World

S&P 500

Nikkei 225

STOXX Europe 600

DAX

1-Jahres-Rendite

14,69 %

22,22 %

19,32 %

2,25 %

–4,05 %

5-Jahres-Rendite

82,15 %

117,47 %

76,86 %

42,28 %

40,90 %

10-Jahres-Rendite

167,53 %

244,47 %

159,37 %

93,32 %

93,73 %

Volatilität p.a.

12,81 %

15,07 %

18,95 %

15,39 %

17,45 %

Stand: 11. September 2018; Quelle: Bloomberg

Neben der geografischen Gewichtung liegen die Anforderungen an einen diversifizierten Index aber auch in der Verteilung des Risikos auf einzelne Branchen bzw. Sektoren. Es soll vermieden werden, dass der Index zu stark von einem einzelnen Sektor abhängig ist. Beim MSCI World Index sind die Branchengewichtungen breit gestreut. Der Schwerpunkt des Index liegt mit 19,09 Prozent bei IT-Unternehmen. Banken- und Finanzdienstleister stehen mit rund 16,59 Prozent auf Platz 2, gefolgt vom Gesundheitswesen mit rund 12,75 Prozent (siehe Grafik 4).

Grafik 4: Branchengewichtung des MSCI World Index
Grafik 4: Branchengewichtung des MSCI World Index
Stand: 14. September 2018; Quelle: MSCI Inc.

Doch nicht immer waren Technologieunternehmen im MSCI World so hoch gewichtet. Ein Blick in die Historie der Branchen zeigt die immer größer werdende Bedeutung von IT-Unternehmen.

Während Finanzunternehmen in der Vergangenheit am höchsten gewichtet waren, hat der IT-Sektor Ende 2017 die bis dato dominante Stellung der Finanzunternehmen im MSCI World übernommen. In diesem Zusammenhang wird oft von den dominanten »Tech-Riesen« gesprochen, die sogenannten FAANG-Aktien, also Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google (Alphabet Inc.), die zusammen ein Gewicht im Index von fast 8 Prozent erreichen

Einfach investieren
In Summe eignet sich der MSCI World Index durch seine breite Streuung hervorragend als klassisches Basisinvestment. Um auch den individuellen Bedürfnissen eines jeden Anlegers gerecht zu werden, sollte der Welt-Index jedoch in eine sogenannte Core-Satelite-Strategie eingebunden werden. Dazu wird der MSCI World als Kerninvestment mit der größten Gewichtung allokiert (Core) und zusätzliche Investitionen (Satelliten) werden je nach Anlegerpräferenz getätigt, um eine individuelle Gewichtung von Assetklassen (Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien), Regionen und Sektoren zu erreichen. Wem beispielsweise der Deutschland-Anteil im MSCI World Index mit 3,25 Prozent zu gering ist, kann mit einem ETF auf den DAX den Anteil an deutschen Aktien erhöhen.

Fazit: Aus dem Kerninvestment MSCI World die weiteren Anlagen ableiten
Der MSCI World ist ein diversifizierter Aktienindex, der als ein starkes Basisinvestment in jedes Portfolio gehört. Anleger können mit einem Investment in 23 Länder und über 1.600 Aktien aus verschiedenen Branchen breit investieren. Zu beachten ist der hohe Anteil der US-Aktien und die damit verbundenen Währungsrisiken. Ebenso der immer stärker werdende US-Technologiesektor. Hier sollten sich Anleger immer die Frage stellen, ob es zusätzlich sinnvoll ist, in einen Technologie-Index oder einen breiten amerikanischen Index zu investieren, wenn diese Aktien im MSCI World sowieso bereits ein hohes Gewicht haben. Aktien aus Entwicklungsländern, den sogenannten Emerging Markets, und kleinerer Unternehmen (Small Caps) sind im Index dagegen überhaupt nicht enthalten. Daher kann es sinnvoll sein, durch die Beimischung anderer ETFs auch hier aktiv zu werden.

Anlageidee: ETFs auf den MSCI World und ausgewählte Indizes

Zur Umsetzung einer Investition in den MSCI World bietet ComStage den MSCI World UCITS ETF an. Mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,20 Prozent ist der ETF eine günstige Anlagemöglichkeit. Zur Beimischung stehen Anlegern diverse Möglichkeiten zur Verfügung. Egal ob Entwicklungsländer (MSCI Emerging Markets) oder Aktien kleinerer Unternehmen (Mid und Small Caps), bei ComStage werden Sie fündig. Ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs steht Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

MSCI World

ETF 110

0,20 %

Ausschüttend

52,29/52,32 EUR

MSCI Emerging Markets

ETF 127

0,25 %

Ausschüttend

39,40/39,45 EUR

DAX

ETF 001

0,08 %

Ausschüttend

114,46/114,50 EUR

SDAX

ETF 005

0,70 %

Ausschüttend

108,75/108,96 EUR

MDAX

ETF 007

0,30 %

Ausschüttend

24,40/24,43 EUR

STOXX Europe 600

ETF 060

0,20 %

Ausschüttend

78,81/78,86 EUR

Stand: 27. September 2018; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.