ETF-Kolumne

ETF-Kolumne

Wenn die Zinsen steigen – ComStage Bund-Future Short ETF

Werden die Zinsen in absehbarer Zeit steigen oder hält das Niedrigzinsniveau noch lange an? Diese Frage treibt viele Anleger um.

Jenseits des Atlantiks ist diese Frage schon viel eindeutiger beantwortet worden: In den vergangenen dreieinhalb Jahren ist dort der Zins der zehnjährigen Staatsanleihen, die in vielen Ländern als ein international anerkannter Maßstab gelten, von knapp über 1 Prozent auf fast 3 Prozent gestiegen. Kurzzeitig wurde sogar die 3-Prozent-Marke überschritten und einige Marktanalysten halten bereits 5 Prozent für möglich.

Anders in der Eurozone und in Deutschland. Als repräsentativ für Deutschland gilt die zehnjährige Bundesanleihe. Seit Ende 2014 haben hier die Renditen zwischen –0,2 Prozent und fast 1 Prozent geschwankt. Zurzeit liegt die Rendite bei rund 0,3 Prozent, wobei Marktteilnehmer davon ausgehen, dass dies nicht ewig so bleiben kann und wird. Allein schon deshalb, weil sich die Inflationsrate inzwischen bei 2 Prozent eingependelt hat, was immer ein Ziel der Europäischen Zentralbank war.

Aber natürlich hat die EZB viele Faktoren zu berücksichtigen, bevor das Direktorium die Entscheidung für eine Leitzinserhöhung trifft. Ein durchaus kompliziertes Unterfangen, denn die EZB kann nicht nur Deutschland im Blick haben, sondern ist für die gesamte Eurozone verantwortlich. Und damit stellt sich die Herausforderung, dass eine Anpassung der Zinsen in einem Teil des Euroraums geboten erscheinen kann, in einem anderen aber genau das Gegenteil bewirken kann.

Wie die EZB wo vorgehen sollte und kann, ist aber nicht das Anliegen dieser Kolumne. Vielmehr möchte ich auf die Frage von Anlegern eingehen, was sie bei steigenden Zinsen tun können.

Grundsätzlich gilt es, zwei fundamentale Zusammenhänge im Auge zu behalten: Erhöhen sich Zinsen, so fallen die Kurse der zugrunde liegenden Wertpapiere. Und natürlich umgekehrt. Derjenige, der also ein festverzinsliches Wertpapier hält, wird bei einem Zinsanstieg merken, dass sein Investment an Wert verliert. Diejenige, die neu anlegt, wird sich dagegen über höhere Erträge freuen können.

Ein zweiter wichtiger Zusammenhang ist, dass sich eine Zinsanpassung umso stärker auswirkt, je länger die Restlaufzeit bis zur Fälligkeit eines Bonds ist. Nun wird sich der eine oder andere von Ihnen womöglich wundern, denn Sie sind es gewohnt, das Sie festverzinsliche Wertpapiere zu 100 Prozent zurückerhalten. Natürlich ist das der Fall, wenn Sie einen Bond bis zum Fälligkeitstermin halten. Dazwischen schwankt aber der Wert, wie bereits erklärt.

Erwarten Sie nun einen Zinsanstieg, dann können Sie zum Beispiel in Wertpapiere mit einer kürzeren Restlaufzeit investieren, die weniger stark von einer Zinsveränderung betroffen sein werden. Ob sich im Einzelfall gar ein Umschichten lohnt, sollten Sie vorher durchdenken und sich vielleicht sogar Rat einholen.

Eine andere Möglichkeit ist, bewusst auf Zinsanstiege zu setzen. Was den aufgeklärten und risikobewussten Investor voraussetzt. Die Rede ist hierbei von Short ETFs, die Sie vielleicht schon auf der Seite der Aktien ETFs wahrgenommen haben. Was steckt dahinter?

ETFs auf Short-Indizes bilden das Marktgeschehen invers ab. So wird der ComStage ETF auf den Commerzbank Bund-Future Short Index immer dann steigen, wenn die Kurse der im Index enthaltenen Wertpapiere fallen.

Fallende Bondkurse bedeuten im Umkehrschluss steigende Zinsen. In diesem Fall können Sie also von einem Zinsanstieg profitieren. Ist deshalb ein Short Renten ETF eine quasi sichere Sache, da doch die Zinswende von vielen Marktbeobachtern als ausgemachte Sache gilt? Außerdem sind die Zinsen in den vergangenen Jahren nur gefallen, »müssen« also in Zukunft steigen. Die Antwort kann beide Male nur lauten: wohl kaum. Denn natürlich schwanken Zinsen und bewegen sich niemals nur in eine Richtung. Besonders eindrucksvoll konnten Sie dies seit Anfang 2018 beobachten. Rasant ging es mit Jahresanfang von knapp 0,40 Prozent Rendite hinauf bis auf 0,77 Prozent im Februar 2018. Nach einer Berg- und Talfahrt erreichte die Verzinsung dann Ende Mai 2018 nur noch 0,26 Prozent. Bis zum Stand von 0,33 Prozent Anfang September 2018 erzielten Anleger zwischenzeitlich ein halbes Prozent Rendite für die zehnjährige Bundesanleihe. Dieser kurze Ausschnitt zeigt, dass Short ETFs Chancen eröffnen können, aber eben auch Risiken haben. Und daher den erfahrenen Anleger ansprechen.

Wohin gehen aber nun die Zinsen? Es tut mir leid – ich weiß es auch nicht sicher. Was ich Ihnen aber zeigen wollte, war, was für vielfältige Investmentmöglichkeiten die ETFs bieten. Bitte achten Sie auf die Risiken.

Wie immer wünschen wir Ihnen viel Erfolg mit Ihren Anlagen!

Bitte bleiben Sie ComStage ETFs gewogen.