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ETF im Fokus

Währungsgesicherte ETFs

Ein Großteil der deutschen Anleger konzentriert sich beim Investieren auf Aktien und Anleihen aus Deutschland und der Eurozone. Deshalb müssen sie bei ihrer Anlageentscheidung selten Währungseinflüsse berücksichtigen. Anleger, die sich für Investments außerhalb des Euro-Währungsraums interessieren, sollten sich neben der Entwicklung des gewählten Index auch mit der Entwicklung der Währung beschäftigen, in der die einzelnen Indexkomponenten notieren.

Um den Einfluss von Währungsrisiken auf ein ETF-Investment einschätzen zu können, müssen Anleger einen Blick darauf werfen, in welcher Währung der jeweilige ETF bewertet und gehandelt wird und insbesondere welche Währung (oder Währungen) die im Index abgebildeten Werte beeinflussen. Sollte sich ein Anleger also beispielsweise dazu entscheiden, in einen Index aus US-Aktien zu investieren, so muss er einen möglichen US-Dollar-Währungseinfluss berücksichtigen, der sich aus der Entwicklung des Wechselkurses Euro/US-Dollar ergibt.

Die Währung der abgebildeten Titel bestimmt das Währungsrisiko
Bei ETFs sind drei verschiedene Währungsdefinitionen zu beachten. Das kann manchmal zu Verwirrungen führen.

1. Fondswährung
Das ist die Währung, in der der Wert des ETF-Fondsvermögens und der Nettoinventarwert (NAV) berechnet wird. Diese Währung orientiert sich in der Regel an der Indexwährung.

2. Handelswährung
Das ist die Währung, in der der ETF an einer bestimmten Börse bzw. außerbörslich gehandelt wird.

3. Währung der abgebildeten Einzeltitel
Das ist die Währung der abgebildeten Titel, zum Beispiel Aktien des ETF. Diese Währung bestimmt maßgeblich das Währungsrisiko des Investments.

Alle drei Währungen können bei ein und demselben ETF unterschiedlich ausfallen. Entscheidend ist jedoch, dass sowohl die Fondswährung als auch die Handelswährung nur als Rechnungswährungen zu betrachten sind. Sie haben also keinen direkten Einfluss auf die Performance eines ETF.

Das Währungsrisiko für Anleger dagegen wird maßgeblich durch die Währung der abgebildeten Titel bestimmt. Dies kann im Falle eines Regionen-ETF sogar ein Mix aus verschiedenen Fremdwährungen sein.

Exkurs zu Wechselkursen und Währungseinflüssen

Ob der Euro stark oder schwach ist, wird immer anhand des Wechselkurses gegenüber einer anderen Währung (zum Beispiel US-Dollar) gemessen.

Ein Wechselkurs setzt sich somit immer aus einer Basiswährung und einer Zählerwährung zusammen (siehe Rechenbeispiel).

Für den Anleger aus dem Euroraum bietet sich in diesem Fall sowohl eine zusätzliche Währungschance als auch ein -risiko. So profitiert er bei einer Investition in US-Dollar von einer Abwertung des Euro. Wertet der Euro nach dem Kauf ausländischer Aktien ab, steigt die Rendite. Im Gegensatz zu einer Abwertung stellt eine Aufwertung des Euro ein Währungsrisiko dar. Wenn der Euro nach dem Kauf ausländischer Aktien aufwertet, sinkt dementsprechend die Rendite. Dabei kann die negative Wechselkursentwicklung die Performance so stark reduzieren, dass ein Verlust in Euro entsteht, obwohl die Aktie in der Fremdwährung Gewinne aufweist.

Rechenbeispiel: Euro (Basiswährung)/US-Dollar (Zählerwährung) – 1,10 (Wechselkurs)
Der Wechselkurs gibt an, wie viele Einheiten der Zählerwährung man benötigt, um eine Einheit der Basiswährung zu erwerben. Bei einem EUR/USD-Wechselkurs sind somit 1,10 US-Dollar nötig, um einen Euro zu erwerben. Wenn sich der Wechselkurs zwischen beiden Währungen verändert, sodass man beispielsweise beim Umtausch für einen Euro weniger US-Dollar bekommt, dann ist der Euro im Vergleich zum US-Dollar schwächer – und umgekehrt.

Euro/US-Dollar-Wechselkurs steigt:
Steigt der Wechselkurs, beispielsweise von 1,10 auf 1,12 US-Dollar, bedeutet das, dass der Euro im Verhältnis zum US-Dollar an Wert gewinnt (starker Euro). Denn es sind nun 1,12 US-Dollar notwendig, um einen Euro zu erwerben. US-Dollar-Investments verlieren in diesem Fall für Euro-Investoren an Wert.

Euro/US-Dollar-Wechselkurs sinkt:
Sinkt hingegen der Wechselkurs, beispielsweise von 1,10 auf 1,08 US-Dollar, bedeutet das, dass der Euro im Verhältnis zum US-Dollar an Wert einbüßt (schwacher Euro). Denn um einen Euro zu erwerben, sind nun nur noch 1,08 US-Dollar notwendig. US-Dollar-Investments gewinnen in diesem Fall für Euro-Investoren an Wert.

Währungssicherung bei ETFs 
Währungsgesicherte und nicht währungsgesicherte ETFs enthalten grundsätzlich erst einmal die gleichen Aktien mit der gleichen Verteilung. Der wichtige Unterschied: Der abgesicherte ETF enthält zusätzlich noch die Währungsabsicherung (engl. Hedge).

Für Anleger, die einen Währungseinfluss in ihren Investments weitgehend vermeiden möchten, gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Bei Exchange Traded Funds ist aus wirtschaftlicher Sicht eine volle Währungsabsicherung, auch »Quanto« genannt, in der Regel nicht sinnvoll, da sie vergleichsweise teuer ist und dadurch ETFs nicht mehr kostengünstig abgebildet werden können.

Die meisten ETFs mit Währungshedge nutzen Absicherungen in Form von Devisentermingeschäften. Dabei werden die Währungen an einem festen Datum zu einem festgelegten Kurs getauscht, im Regelfall auf monatlicher oder täglicher Basis. Im Gegensatz zu einer vollständigen Währungsabsicherung findet somit bei ETFs in der Regel ein sogenannter »daily hedge« (engl. tägliche Absicherung) bzw. »monthly hedge« (engl. monatliche Absicherung), also eine Absicherung von einem Tag bzw. Monat auf den nächsten, statt.

  • Daily Hedged 
    Die Absicherung findet bei der »daily hedge«-Methode von einem Tag auf den nächsten statt. Tägliche sogenannte Devisentermingeschäfte sichern das Schlusskursniveau des Index gegen Währungsschwankungen ab. Devisentermingeschäfte sind verbindliche Vereinbarungen, Währungen zu einem festgelegten Kurs und vereinbarten Termin, zum Beispiel zum Tagesschlusskurs des Index, zu tauschen. Ein kleiner Nachteil des »daily hedge« im Vergleich zu einer Vollabsicherung ist, dass die untertägige Wertveränderung des Index nicht gegenüber Wechselkursveränderungen abgesichert ist.
  • Monthly Hedged 
    Die monatliche Absicherung »monthly hedge« ist vergleichbar mit dem »daily hedge«, allerdings findet diese nicht auf täglicher, sondern auf monatlicher Basis statt. Somit ist die monatliche Absicherung die kostengünstigere Variante im Vergleich zur täglichen Variante, da nur einmal ein Devisentermingeschäft abgeschlossen wird und somit weniger Transaktionskosten anfallen. Zu beachten ist jedoch, dass die Wertveränderungen im Index, die in diesem Monatszeitraum auftreten, nicht gegen Währungsschwankungen abgesichert sind. Dies könnte sich aber auch positiv auswirken, falls die Fremdwährung an Wert gewinnt.

Der Wert der Devisentermingeschäfte entspricht dem Wert der ETF-Vermögenswerte. So erhält der ETF einen Ausgleich aus der Absicherung bei Währungsverlusten. Umgekehrt bedeutet dies auch, dass keine Währungsgewinne aufgrund der Absicherung mehr möglich sind. Ganz gleich, wie sich der Wechselkurs entwickelt, mit einem währungsgesicherten ETF erhalten Sie ungefähr die Rendite des lokalen Aktienmarkts. Zu beachten gilt also, dass ein Währungshedging nicht zu 100 Prozent perfekt ist.

Fazit
Einflüsse von Währungen sind komplex. Anleger sollten beachten, dass die Fondswährung, die ihnen in ihrem Depot ausgewiesen wird, irreführend sein kann. Ausschlaggebend für ein Währungsrisiko bei einem ETF ist immer die Handelswährung, in der die im Index enthaltenen Aktien notieren.

Der Währungseinfluss muss aber nicht zwingend negativ sein. Denn Währungsrisiko bedeutet auch immer Währungschance zugleich. Als Anleger aus dem Euroraum gewinnen Sie bei einer Abwertung des Euro und verlieren bei einer Aufwertung des Euro gegenüber der Fremdwährung. Möchten Sie den Einfluss von Währungen in Ihrem Depot minimieren, stellen währungsgesicherte ETFs dennoch eine gute Alternative dar.

Des Weiteren sollten Anleger die Kosten einer Währungsabsicherung berücksichtigen. So führen Währungssicherungen häufig zu etwas höheren laufenden Kosten (Pauschalgebühr und Gesamtkostenquote, TER). Viele währungsgesicherte ETFs sind also vergleichsweise etwas teurer als ihr ungesichertes Äquivalent.

Anlageidee: Währungsgesicherte ComStage ETFs

ComStage bietet Anlegern, die Währungseinflüsse weitgehend vermeiden möchten, drei verschiedene währungsgesicherte ETFs an.

Während Anleger mit dem ETF auf den »S&P 500 EUR Daily Hedged-Index« währungsgesichert in den amerikanischen Aktienmarkt investieren können, bietet der ETF auf den »MSCI Japan 100% Daily Hedged Euro« die Möglichkeit, in japanische Aktien währungsgesichert anzulegen. Beim »CBK Commodity ex-Agriculture Monthly EUR Hedged« handelt es sich um einen währungsgesicherten Rohstoff ETF. Er setzt sich aus den drei Sektoren Industriemetalle, Edelmetalle und Energie zusammen, wobei sich wiederum jeder der drei Sektoren aus vier einzelnen Rohstoffen der Kategorie zusammensetzt.

Weitere Informationen zu den genannten ETFs sowie ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs stehen Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

S&P 500 EUR Daily Hedged

ETF 014

0,15 %

Ausschüttend

45,37/45,43 EUR

MSCI Japan 100% Daily Hedged Euro

ETF 025

0,30 %

Ausschüttend

17,30/17,33 EUR

CBK Commodity ex-Agriculture Monthly EUR Hedged

ETF 099

0,35 %

Ausschüttend

67,49/67,64 EUR

Stand: 19. Juni 2018; Quelle: Commerzbank AG
Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.