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Euro versus US-Dollar – Der Vergleich von Äpfeln mit Birnen

Ein Großteil der deutschen Anleger konzentriert sich beim Investieren auf Aktien und Anleihen aus Deutschland und der Eurozone. Deshalb müssen sie bei ihrer Anlageentscheidung selten Währungseinflüsse berücksichtigen. Anleger, die sich für Investments außerhalb des Euro-Währungsraums interessieren, sollten sich neben der Entwicklung des gewählten Index auch mit der Entwicklung der Währung beschäftigen, in der die einzelnen Indexkomponenten notieren.

So erreichen uns regelmäßig Anfragen von ETF-Investoren, die sich beispielsweise entschieden haben, in einen Index bestehend aus US-Aktien zu investieren. Hintergrund der Anfragen sind in der Regel Performancevergleiche der jeweiligen ETFs angeblich mit ihren zugrunde liegenden Indizes. Vor allem im aktuellen Umfeld merken Anleger häufig an, dass sich ihre ETFs angeblich in den vergangenen Monaten deutlich schlechter entwickelt haben als die jeweiligen Vergleichsindizes.

Beispiel – Vergleich des Index S&P 500 mit dem ComStage S&P 500 UCITS ETF
Im folgenden Beispiel möchten wir Ihnen verdeutlichen, was bei vielen Anlegern zu Irritationen führt. Grafik 1 bzw. 2 zeigen die indexierte Wertentwicklung des Index S&P 500 im Vergleich zum ComStage S&P 500 UC ITS ETF der vergangenen fünf Jahre bzw. der Entwicklung seit Jahresbeginn.

Während man bei Grafik 1 den Eindruck erlangen könnte, der ComStage S&P 500 UCITS ETF habe sich deutlich besser entwickelt als der S&P 500, suggeriert Grafik 2 das genaue Gegenteil. Doch ist das wirklich so? Oder kann das überhaupt sein? Investoren legen doch ihr Geld in einen ETF an, da sie davon ausgehen, nahezu eins zu eins an dem zugrunde liegenden Index partizipieren zu können.

Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach: Im Performancevergleich machen Anleger häufig einen entscheidenden Fehler. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen bzw. Euro mit US-Dollar. So stellen die beiden erwähnten Grafiken den ETF in Euro und den Index in US-Dollar gegenüber. Ein ganz wesentlicher Faktor wurde also bei der Betrachtung außer Acht gelassen: der Wechselkurs.

Grafik 1: S&P 500 (in US-Dollar) versus ComStage S&P 500 UCITS ETF (in Euro) – WKN: ETF 012

Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre, indexiert: 20. September 2012 = 100

Grafik 1: S&P 500 (in US-Dollar) versus ComStage S&P 500 UCITS ETF (in Euro) – WKN: ETF 012
Stand: 19. September 2017; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Grafik 2: S&P 500 (in US-Dollar) versus ComStage S&P 500 UCITS ETF (in Euro) – WKN: ETF 012

Wertentwicklung seit Beginn des Jahres, indexiert: 3. Januar 2017 = 100

Grafik 2: S&P 500 (in US-Dollar) versus ComStage S&P 500 UCITS ETF (in Euro) – WKN: ETF 012
Stand: 19. September 2017; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung

Da die von ComStage angebotenen ETFs in Deutschland in der Handelswährung Euro notieren, die Preise von US-Aktien logischerweise in US-Dollar, besteht für den Investor ein Währungsrisiko, wenn der Euro/US-Dollar-Wechselkurs steigen sollte und eine Währungschance, wenn der Euro/US-Dollar-Wechselkurs entsprechend fällt.

Und Ersteres ist leider in den vergangenen Monaten passiert: Der Euro/US-Dollar-Wechselkurs ist gestiegen. Grafik 3 zeigt die Entwicklung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses seit Beginn des Jahres, in der deutlich wird, dass der Euro im Verhältnis zum US-Dollar an Wert zugelegt hat (starker Euro). Um besser zu verstehen, welchen Einfluss Wechselkurse haben können, lesen Sie dazu den Exkurs zu Wechselkursen und Währungseinflüssen.

Grafik 3: Entwicklung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses seit Jahresbeginn
Grafik 3: Entwicklung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses seit Jahresbeginn
Stand: 19. September 2017; Quelle: Reuters

Fairer Performancevergleich von Index und ETF
Um einen fairen Vergleich eines ETF mit seinem zugrundeliegenden Index darzustellen, bietet sich in der Regel der Schlusskurs des Index mit dem Nettoinventarwert (NAV) des ETF an. Denn in den allermeisten Fällen stimmt dann auch die Währung überein, da die Fondswährung in der Regel der Indexwährung entspricht. Genau dies haben wir Ihnen in den Grafiken 4 und 5 dargestellt.

Grafik 4: S&P 500 (in US-Dollar) versus NAV des ComStage S&P 500 UCITS ETF (in US-Dollar) - WKN: ETF 012

Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre, indexiert: 20. September 2012 = 100

Grafik 4: S&P 500 (in US-Dollar) versus NAV des ComStage S&P 500 UCITS ETF (in US-Dollar) - WKN: ETF 012
Stand: 19. September 2017; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Grafik 5: S&P 500 (in US-Dollar) versus NAV des ComStage S&P 500 UCITS ETF (in US-Dollar) - WKN: ETF 012

Wertentwicklung seit Beginn des Jahres, indexiert: 3. Januar 2017 = 100

Grafik 5: S&P 500 (in US-Dollar) versus NAV des ComStage S&P 500 UCITS ETF (in US-Dollar) - WKN: ETF 012
Stand: 19. September 2017; Quelle: Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Sie fragen sich an dieser Stelle sicher, warum sich dennoch der NAV des ETF und der Index leicht unterschiedlich entwickeln. Auch hier gibt es eine ganz einfache Erklärung. Beim S&P 500 handelt es sich um einen sogenannten Kursindex, das heißt Dividendenzahlungen der im Index enthaltenen Aktien werden nicht berücksichtigt. Im NAV des ComStage S&P 500 UCITS ETF werden wiederum anfallende Dividendenzahlungen (unter Abzug der US-amerikanischen Quellensteuer) berücksichtigt. Dies erklärt in beiden Grafiken die leicht bessere Performance des ETF zum Index.

Währungssicherung bei ETFs
Für Anleger, die Euro/US-Dollar-Währungseinflüsse in ihren Investments weitgehend vermeiden möchten, gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Bei Exchange Traded Funds ist aus wirtschaftlicher Sicht eine volle Währungsabsicherung – auch »Quanto« genannt – in der Regel nicht sinnvoll, da sie vergleichsweise teuer ist und dadurch ETFs nicht mehr kostengünstig abgebildet werden können.

Im Gegensatz zu einer vollständigen Währungsabsicherung findet bei ETFs in der Regel ein sogenannter »daily hedge« (engl. tägliche Absicherung) bzw. »monthly hedge« (engl. monatliche Absicherung), also eine Absicherung von einem Tag bzw. Monat auf den nächsten statt.

Daily Hedged
Die Absicherung findet bei der »daily hedge-Methode« von einem Tag auf den nächsten statt. Tägliche sogenannte Devisentermingeschäfte sichern das Schlusskursniveau des Index gegen Währungsschwankungen ab. Devisentermingeschäfte sind verbindliche Vereinbarungen, Währungen zu einem festgelegten Kurs und vereinbarten Termin, zum Beispiel zum Tagesschlusskurs des Index, zu tauschen. Ein kleiner Nachteil des »daily hedge« im Vergleich zu einer Vollabsicherung ist, dass die untertägige Wertveränderung des Index nicht gegenüber Wechselkursveränderungen abgesichert ist.

Monthly Hedged
Die monatliche Absicherung »monthly hedge« ist vergleichbar mit dem »daily hedge«, allerdings findet diese nicht auf täglicher, sondern auf monatlicher Basis statt. Somit ist die monatliche Absicherung die kostengünstigere Variante im Vergleich zur täglichen Variante, da nur einmal ein Devisentermingeschäft abgeschlossen wird und somit weniger Transaktionskosten anfallen. Zu beachten ist jedoch, dass die Wertveränderungen im Index, die in diesem Monatszeitraum auftreten, nicht gegen Währungsschwankungen abgesichert sind. Dies könnte sich aber auch positiv auswirken, falls die Fremdwährung an Wert gewinnt.

Fazit: Einflüsse von Währungen sind komplex. Anleger sollten beachten, dass die Fondswährung, die ihnen in ihrem Depot ausgewiesen wird, irreführend sein kann. Ausschlaggebend für ein Währungsrisiko bei einem ETF ist immer die Handelswährung, in der die im Index enthaltenen Aktien notieren.

Der Währungseinfluss muss aber nicht zwingend negativ sein. Denn Währungsrisiko bedeutet auch immer zugleich Währungschance. Als Anleger aus dem Euroraum gewinnen Sie bei einer Abwertung des Euros und verlieren bei einer Aufwertung des Euros gegenüber der Fremdwährung.

Möchten Sie den Einfluss von Währungen in Ihrem Depot minimieren, stellen währungsgesicherte ETFs dennoch eine gute Alternative dar.

1. Fondswährung
Das ist die Währung, in der der Wert des ETF-Fondsvermögens und der Nettoinventarwert (NAV) berechnet werden. Diese Währung orientiert sich in der Regel an der Indexwährung.

2. Handelswährung
Das ist die Währung, in der der ETF an einer bestimmten Börse bzw. außerbörslich gehandelt wird. 

3. Währung der abgebildeten Einzeltitel
Das ist die Währung der abgebildeten Titel, zum Beispiel der Aktien des ETF. Diese Währung bestimmt maßgeblich das Währungsrisiko des Investments.

Anlageidee: Währungsgesicherte ComStage ETFs

ComStage bietet Anlegern, die Währungseinflüsse weitgehend vermeiden möchten, drei verschiedene währungsgesicherte ETFs an.

Während Anleger mit dem ETF auf den »S&P 500 EUR Daily Hedged-Index« währungsgesichert in den amerikanischen Aktienmarkt investieren können, bietet der ETF auf den »MSCI Japan 100 % Daily Hedged Euro« die Möglichkeit, in japanische Aktien währungsgesichert anzulegen. Beim »CBK Commodity ex-Agriculture Monthly EUR Hedged« handelt es sich um einen währungsgesicherten Rohstoff-ETF. Er setzt sich aus den drei Sektoren Industriemetalle, Edelmetalle und Energie zusammen, wobei sich wiederum jeder der drei Sektoren aus vier einzelnen Rohstoffen der jeweiligen Kategorie zusammensetzt.

Weitere Informationen sowie ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs stehen Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETFs auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

S&P 500 EUR Daily Hedged

ETF 014

0,30 %

Thesaurierend

41,85/41,86 EUR

MSCI Japan 100 % Daily Hedged Euro

ETF 025

0,45 %

Thesaurierend

16,60/16,61 EUR

CBK Commodity ex-Agriculture Monthly EUR Hedged

ETF 099

0,35 %

Thesaurierend

62,44/62,60 EUR

Stand: 25. September 2017; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und die wesentliche Anlegerinformation KIID stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.