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Chinesische A-Aktien – ab 2018 auch im MSCI Emerging Markets-Index

Dreimal hatte China bereits vergeblich bei dem Indexanbieter MSCI beantragt, sogenannte »A-Aktien« in den bekannten Emerging Markets-Index aufnehmen zu lassen. Im vierten Anlauf hat es geklappt: Ab Mai 2018 werden auch diese Aktien in die Berechnung des Index mit einbezogen, der die Entwicklung von knapp 850 Unternehmen aus 24 Schwellenländer abbildet.

Für viele Anleger ist China der Inbegriff eines erfolgreichen Schwellenlandes. So konnten in den letzten zehn Jahren im »Reich der Mitte« teilweise zweistellige Wachstumsraten erzielt werden. Also stellt sich die Frage, warum chinesische A-Aktien bis jetzt nicht im renommierten MSCI Emerging Markets-Index berücksichtigt wurden.

Haupthindernis für die Aufnahme war, dass die in Renminbi notierenden und an den Börsen von Shanghai und Shenzhen gehandelten A-Aktien bislang nur sehr schwer für ausländische Anleger zugänglich waren (für eine genaue Definition der  einzelnen Aktientypen siehe Infobox). Da auch von staatlicher chinesischer Seite eine sukzessive Öffnung des Kapitalmarkts angestrebt wurde, hat sich die Lage in den letzten Jahren aber deutlich verbessert – nicht zuletzt durch das sogenannte »Stock Connect-Programm«:

Das Stock Connect-Programm ermöglicht durch die Verbindung der Börsen Shanghai und Shenzhen mit der Börse in Hongkong internationalen Investoren Zugang zum chinesischen Markt. Es wurde im November 2014 zunächst mit der Kooperation von Shanghai und Hongkong ins Leben gerufen und Ende 2016 um die Börse in Shenzhen erweitert. Dadurch sind über die Börse in Hongkong ausgewählte Titel, die in Shanghai und Shenzhen gehandelt werden, auch Ausländern zugänglich und Investoren vom chinesischen Festland profitieren ebenfalls: Für sie eröffnet sich der Zugang zu in Hongkong gelisteten Werten. Damit wurde die strikte Trennung zwischen ausschließlich lokalen Investoren vorbehaltenen Aktien und solchen Aktien, die internationalen Anlegern zugänglich waren, gelockert. Auch wenn sich Investoren im Zuge des Programms mit deutlich weniger Restriktionen konfrontiert sehen, gibt es doch gewisse Beschränkungen, wie beispielsweise tägliche Kontingente bzw. Quotas oder Limite.

MSCI nimmt A-Aktien in zweistufigem Prozess auf
Nachdem die Marktbarrieren für internationale Investoren sukzessive abgebaut wurden, hat MSCI nun entschieden, 2018 mit der Aufnahme von 222 A-Aktien zu beginnen. Remy Briand, Managing Director bei MSCI und Vorsitzender des MSCI Index Policy Committees, hebt hervor, dass internationale Marktteilnehmer die positiven Veränderungen bei der Zugänglichkeit von chinesischen A-Aktien begrüßen und für MSCI alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, um mit der Aufnahme zu beginnen. Der Ausbau des Stock Connect-Programms spiele hierbei eine zentrale Rolle. Zudem sei eine Aufnahme weiterer A-Aktien möglich, sollte sich die positive Entwicklung in China weiter fortsetzen.

Vorgesehen für die Aufnahme ist ein zweistufiger Prozess, um die vorgeschriebenen Handelslimite innerhalb des Stock Connect-Programms einzuhalten. Der erste Schritt wird im Mai 2018 im Zuge der halbjährlichen Indexanpassung erfolgen, Schritt zwei bei der quartalsweisen Indexanpassung im August 2018. Schon im August 2017 hat MSCI damit begonnen, einen »provisorischen« Emerging Markets-Index zu berechnen. Diese Maßnahme soll es Marktteilnehmern, wie beispielsweise Anbietern von Anlagelösungen, ermöglichen, die Aufnahme der A-Aktien in den Index vorzubereiten und sie individuell, nach ihrem eigenen Zeitplan, in ihren Portfolios zu implementieren.

Wer jetzt vermutet, dass China bisher im MSCI Emerging Markets-Index nicht berücksichtigt wurde, der irrt. Denn auch derzeit werden im Schwellenländer-Index chinesische Aktien einberechnet, allerdings nur diejenigen, die auch in Hongkong und den USA gehandelt werden. Genauer gesagt stellt China mit einem Anteil von über 29 Prozent sogar das Schwergewicht im Index dar, gefolgt von Südkorea und Taiwan (siehe Grafik 1). Die Aufnahme der insgesamt 222 A-Aktien hat angesichts des Anteils am Gesamtindex eher eine symbolische Bedeutung – machen doch die Aktien im 1,5 Billionen Dollar schweren Index gerade einmal 0,73 Prozent aus.

Grafik 1: Länderverteilung des MSCI Emerging Markets-Index
Grafik 1: Länderverteilung des MSCI Emerging Markets-Index
Stand: 18. September 2017; Quelle: MSCI Inc.

Der Schwellenländer-Index
In der aktuellen Zusammensetzung des MSCI Emerging Markets werden etwa 85 Prozent der Streubesitz-Marktkapitalisierung aufstrebender Entwicklungsländer abgebildet. Die Top 3 der vertretenen Branchen sind IT (27,79 Prozent), Banken und Finanzdienstleistung (23,39 Prozent) und Verbrauchs- und Verbrauchergüter (16,64 Prozent). Insofern verwundert es nicht, dass das chinesische Unternehmen Tencent und Samsung aus Südkorea mit jeweils über 4 Prozent die beiden größten Einzelaktien im Index sind (siehe Grafik 2 und Tabelle 1).

Grafik 2: Branchenverteilung des MSCI Emerging Markets-Index
Grafik 2: Branchenverteilung des MSCI Emerging Markets-Index
Stand: 18. September 2017; Quelle: MSCI Inc.

Tabelle 1: Top 10 des MSCI Emerging Markets-Index

Position

Indexgewichtung

Tencent Holdings Limited (China)

4,88 %

Samsung Electronics Company

4,43 %

Alibaba Group Holding (ADR)

3,97 %

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company Limited

3,49 %

Naspers (N)

1,89 %

China Construction Bank (H)

1,40 %

Baidu Incorporated (ADR)

1,27 %

China Mobile Limited

1,24 %

Hon Hai Precision Industry Company

1,15 %

Industrial and Commercial Bank of China Limited

1,06 %

Stand: 18. September 2017; Quelle: MSCI Inc.

Betrachtet man die Performance des Index in den letzten fünf Jahren, so zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Zwar beträgt die absolute Wertentwicklung über den gesamten Zeitraum knapp plus 25 Prozent, allerdings war die Entwicklung dorthin äußerst volatil.

Besonders große Verluste musste der Index im Jahr 2015 hinnehmen – haupt- verantwortlich für den Kurseinbruch war dabei der Crash an den chinesischen Börsen im Sommer des Jahres. Seit Januar 2016 ist der Aufwärtstrend des Index jedoch ungebrochen (siehe Grafik 3).

Grafik 3: 5-Jahres-Entwickung MSCI Emerging Markets-Index
Grafik 3: 5-Jahres-Entwickung MSCI Emerging Markets-Index
Stand: 20. September 2017; Quelle: Thomson Reuters
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Ein Investment in die Emerging Markets, beispielsweise über den ComStage MSCI Emerging Markets ETF, eignet sich besonders zur Diversifikation eines globalen Portfolios. Denn mit einer Anlage in populäre Indizes, wie beispielsweise den MSCI World, werden lediglich Unternehmen aus Industrieländern abgebildet. Somit stellt der MSCI Emerging Markets ETF einen wichtigen Baustein für ein ausgewogenes, globales Portfolio dar.

Schwerpunkt China
Seit der Jahrtausendwende konnte in China das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner kontinuierlich gesteigert werden und auch wenn die reale Veränderung des Bruttoinlandsprodukts inzwischen leicht abnimmt, lag das Wachstum im vergangenen Jahr immer noch bei 6,7 Prozent. Hauptwachstumstreiber waren dabei der Dienstleistungssektor sowie der Einzelhandel, wobei hier vor allem die Onlinebranche deutlich zulegen konnte. In punkto Produktivität gibt es laut einer aktuellen Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch Steigerungspotenzial. Eine Möglichkeit der Produktivitätssteigerung sieht der IWF in der besseren Verwendung von Ressourcen, die bisher von verlustträchtigen Unternehmen (sogenannten »Zombies«), Branchen mit Überkapazitäten oder von staatlichen Unternehmen verbraucht werden (siehe Grafik 4).

Grafik 4: Bessere Ressourcen-Allokation durch die Bereinigung schwacher Unternehmen kann Wachstumspotenzial erhöhen
Grafik 4: Bessere Ressourcen-Allokation durch die Bereinigung schwacher Unternehmen kann Wachstumspotenzial erhöhen
Stand: 15. August 2017; Quelle: Hsieh und Klenow (2009), IWF Fiscal Monitor (2017), NBS und IWF-Schätzungen

China im Depot mit ETFs
Wer bereits heute in A-Aktien investieren möchte und vom weiteren Aufschwung des Reichs der Mitte überzeugt ist, für den bietet sich der ComStage FTSE China A50 ETF an. Der ETF bezieht sich auf den FTSE China A50-Index. Das Kursbarometer des Indexanbieters Financial Times Stock Exchange (FTSE) bildet die Entwicklung der 50 größten börsennotierten Unternehmen aus Festlandchina ab, deren A-Aktien an den Börsen von Shanghai und Shenzhen gehandelt werden. Schwergewicht des Index ist das Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen Ping An Insurance mit einem Anteil von fast 11 Prozent. Daneben befinden sich unter den Top 5 mit China Merchants Bank (ca. 6,5 Prozent), Industrial Bank (ca. 5,0 Prozent) und China Minsheng Banking (ca. 4,0 Prozent) auch drei Banken. Es lässt sich also eine starke Gewichtung des Finanzsektors im Index erkennen.

Seit Auflage im September 2013 konnte der ETF einen beachtlichen Wertzuwachs von über 40 Prozent verbuchen. Der Crash an den chinesischen Börsen ist natürlich auch an diesem ETF nicht spurlos vorüber gegangen. So musste der ETF von seinem Hoch Mitte 2015 deutliche Einbußen hinnehmen, konnte sich aber seit dem Tief Anfang 2016 wieder erholen (Grafik 5).

Grafik 5: Wertentwicklung des ComStage FTSE China A 50 UCITS ETF seit Auflage (30. September 2013)

normiert in Fondswährung (US-Dollar)

Grafik 5: Wertentwicklung des ComStage FTSE China A 50 UCITS ETF seit Auflage (30. September 2013)
Stand: 18. September 2017; Quelle: Commerzbank AG
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Anlageidee: ComStage ETFs auf China und auf den MSCI Emerging Markets-Index

Wer an der Entwicklung der Emerging Markets oder im Speziellen an der Entwicklung Chinas teilhaben möchte, für den bietet sich ein Investment über einen entsprechenden ETF an.

Beim MSCI Emerging Markets-Index gibt es sogar die Möglichkeit, auf täglicher Basis zweifach-gehebelt an der Indexentwicklung zu partizipieren.

Die zugrunde liegenden Indizes notieren in US-Dollar. Die Wertentwicklung der ETFs wird allerdings nicht durch den US-Dollar beeinflusst, sondern die Wechselkurse der jeweiligen Landeswährungen gegenüber dem Euro sind ausschlaggebend.

Weitere Informationen zu den genannten ETFs sowie ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs stehen Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETFs auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

MSCI Emerging Markets

ETF 127

0,25 %

Thesaurierend

40,24/40,27 EUR

MSCI Emerging Markets Leveraged 2x Daily

ETF 128

0,75 %

Thesaurierend

77,99/78,11 EUR

FTSE China A50

ETF 024

0,40 %

Thesaurierend

120,18/120,59 EUR

Stand: 25. September 2017; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.