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ETF im Fokus

Die Alternative: Japan!

Mit der Amtseinführung von Donald Trump explodierten die Aktienmärkte in den USA und in Europa auf neue Rekordstände. Seither gelten sie als überwertet. Viele Investoren weichen deshalb auf andere Märkte aus. Einer davon ist Japan. Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie in den japanischen Aktienmarkt investieren können und worauf Sie bei der Wahl des richtigen Index achten sollten.

Am 8. November 2016 hatte wohl kaum einer mit diesem Wahlergebnis gerechnet: Unternehmer Donald Trump gewann die Wahl zum US-Präsidenten vor Hillary Clinton und trotzte allen Wahlprognosen. Noch weniger haben die Experten aber das erwartet, was in den Wochen und Monaten danach am Aktienmarkt passierte. Die Aktienkurse der US-Werte zündeten ein Kursfeuerwerk und mit ihnen stiegen die großen US-Indizes auf immer neue Höchststände.

Je weiter die Kurse in Richtung Norden liefen, stieg aber auch die ohnehin schon teure Bewertung vieler US-Aktien weiter an. Investoren waren gezwungen, nach Alternativen zu suchen und gingen spätestens nach der Frankreich-Wahl in Europa auf Shopping-Tour.

Doch das Dilemma wird dadurch nicht kleiner. Während der US-Markt weiter auf hohem Niveau konsolidiert und auch am europäischen Aktienmarkt immer weniger unterbewertete Unternehmen zu finden sind, treibt es eine Vielzahl von Investoren nun in Aktien aus Fernost. Der japanische Markt, der nach der jüngsten Kurskorrektur als fair bewertet gilt, gewinnt dabei immer mehr an Beliebtheit. Denn nicht nur die vermeintlichen Kurschancen vieler japanischer Aktien, sondern sowohl der Abwertungsschub gegenüber dem US-Dollar, der wie ein Gewinnturbo für die japanische Exportindustrie wirkt, als auch die Erholung des Privatkonsums aufgrund jeder Menge fiskalpolitischer Ausgaben lassen ausländische Investoren – trotz Deflations- und Konjunktursorgen – guten Gewissens in den japanischen Aktienmarkt investieren. Doch wie können Sie als Privatanleger von diesem Trend ebenfalls profitieren und am breiten japanischen Aktienmarkt aktiv sein?

Wie auch hier zu Lande gibt es an der Börse in Tokio unterschiedliche Indizes, die einen Teil des Aktienmarkts abdecken. Neben dem Nikkei 225 und dem TOPIX, die der Mehrzahl der Anleger geläufig sein sollten, können Privatanleger auch über den MSCI Japan oder den MSCI Pacific von der Kursentwicklung japanischer Unternehmen profitieren. Zumeist geschieht dies über ETFs, die die Wertentwicklung dieser Indizes nahezu eins zu eins abbilden.

Doch was steckt eigentlich hinter diesen Indizes und woran unterscheiden sie sich überhaupt? Gibt es bei der Auswahl etwas zu beachten oder ist es völlig egal, in welchen dieser Indizes ich als Anleger investiere? Wir haben Ihnen sowohl die unterschiedliche Wertentwicklung der Indizes (Grafik 1) als auch die wichtigsten Fakten (Tabelle 1 bis 4) zu den einzelnen Indizes aufbereitet und diese miteinander verglichen.

Grafik 1: Vergleich Performance ETFs. Indexiert: 19. Juni 2012 = 100
Grafik 1: Vergleich Performance ETFs. Indexiert: 19. Juni 2012 = 100
Stand: 19. Juni 2017; Reuters, Commerzbank
Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Tabelle 1: Nikkei 225
Der Nikkei 225 umfasst Aktien von 225 japanischen Unternehmen, die als Maß für den gesamten japanischen Aktienmarkt dienen sollen. Die Anpassung des Index erfolgt einmal jährlich im Oktober. Beim Nikkei 225 handelt es sich um einen Kursindex, der bereits seit dem 7. September 1950 berechnet wird.

Das einzige vorgegebene Kriterium ist, dass es sich bei den Aktienunternehmen um etablierte japanische Blue Chips handelt und diese dem sogenannten »ersten Segment« der Tokyo Stock Exchange zugerechnet werden. Hierzu zählen die 450 meistgehandelten Aktien, die auf sechs Sektoren aufgeteilt sind.

Die Zusammensetzung des Nikkei 225 erfolgt durch die 75 liquidesten Aktien aus dem »ersten Segment« sowie die 150 liquidesten Aktien aus dem »ersten Segment«, jedoch in Abhängigkeit der Sektorengewichtung.

Top-10-Aktien nach Gewichtung

Name

Gewicht im Index

Fast Retailing

8,40 %

Softbank Group

4,68 %

Fanuc

3,98 %

KDDI

3,56 %

Kyocera

2,33 %

Tokyo Electron

2,22 %

Daikin Industries

2,15 %

Shin-Etsu Chemical

1,82 %

Nitto Denko

1,80 %

Terumo

1,73 %

Grafik 2: Sektorengewichtung Nikkei 225
Grafik 2: Sektorengewichtung Nikkei 225
Stand: 30. Dezember 2016; Quelle: Nikkei Inc., Thomson Reuters

Tabelle 2: TOPIX
Der TOPIX ist für die japanische Wirtschaft besonders repräsentativ, da er aus einer großen Anzahl von über 2.000 Aktienunternehmen zusammengestellt wird, die die wichtigsten Marktkapitalisierung des Börsenplatzes darstellen.

Der TOPIX wird aus allen im ersten Abschnitt der Tokioter Börse notierten japanischen Aktien gebildet. Das Gewicht jeder Aktie im Index richtet sich nach ihrer Börsenkapitalisierung. Der TOPIX wird als Kursindex seit dem 4. Januar 1968 berechnet.

Top-10-Aktien nach Gewichtung

Name

Gewicht im Index

Toyota

3,28 %

Mitsubishi UFJ Financial Group

2,37 %

Nippon Telegraph and Telephone

1,69 %

Softbank Group

1,68 %

Sumitomo Mitsui Financial Group

1,46 %

Honda

1,30 %

KDDI Corporation

1,29 %

Mizuho Financial Group

1,22 %

Sony

1,19 %

Japan Tobacco

1,03 %

Grafik 3: Sektorengewichtung TOPIX
Grafik 3: Sektorengewichtung TOPIX
Stand: 12. Juni 2017; Quelle: TOPIX, Thomson Reuters

Tabelle 3: MSCI Japan
Der MSCI Japan TRN Index ist ein nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Wertentwicklung der entwickelten Aktienmärkte in Japan auf Grundlage der Gesamtrendite (»Total Return«) mit reinvestierten Nettodividenden abbildet. Dieser beinhaltet aktuell 319 Aktientitel und deckt ca. 85 Prozent der Streubesitz-Marktkapitalisierung in Japan ab.

Bei dem MSCI Japan TRN Index handelt es sich um einen Performanceindex, der seit dem 31. März 1986 berechnet wird.

Die in den Index reinvestierten Nettodividenden entsprechen den jeweiligen Bruttodividenden abzüglich einer fiktiven Quellensteuer.

Top-10-Aktien nach Gewichtung

Name

Gewicht im Index

Toyota

4,42 %

Mitsubishi UFJ Financial Group

2,52 %

Softbank Group

2,12 %

KDDI

1,61 %

Sumitomo Mitsui Financial Group

1,52 %

Sony

1,46 %

Honda

1,45 %

Keyence

1,40 %

Mizuho Financial Group

1,33 %

Japan Tobacco

1,31 %

Grafik 4: Sektorengewichtung MSCI Japan
Grafik 4: Sektorengewichtung MSCI Japan
Stand: 1. Januar 2017; Quelle: MSCI, Thomson Reuters

Tabelle 4: MSCI Pacific
Der MSCI Pacific TRN Index ist ein nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichteter Index, der die Wertentwicklung der entwickelten Aktienmärkte Japan, Australien, Hong Kong, Singapur und Neuseeland in der Pazifik-Region auf Grundlage der Gesamtrendite (»Total Return«) mit reinvestierten Nettodividenden abbildet. Dieser beinhaltet aktuell 469 Aktienwerte und deckt ca. 85 Prozent der Streubesitz-Marktkapitalisierung des jeweiligen Landes ab.

Bei dem MSCI Pacific TRN Index handelt es sich um einen Performanceindex, der seit dem 31. März 1986 berechet wird.

Die in den Index reinvestierten Nettodividenden entsprechen den jeweiligen Bruttodividenden abzüglich einer fiktiven Quellensteuer.

Top-10-Aktien nach Gewichtung

Name

Gewicht im Index

Toyota

2,93 %

Commonwealth Bank of Australia

2,14 %

AIA Group

1,79 %

Mitsubishi UFJ Financial Group

1,67 %

Westpac Banking

1,59 %

Softbank Group

1,41 %

ANZ Banking Group

1,28 %

National Australia Bank

1,25 %

BHP Billiton

1,19 %

KDDI

1,06 %

Grafik 5: Sektorengewichtung MSCI Pacific
Grafik 5: Sektorengewichtung MSCI Pacific
Stand: 1. Januar 2017; Quelle: MSCI, Thomson Reuters

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Während der Nikkei 225 und der TOPIX als Kursindizes berechnet werden, handelt es sich bei den beiden MSCI- Indizes um Performanceindizes.
  • Beim Blick auf die Wertentwicklung der ETFs in Euro wird deutlich, dass die Kursverläufe sich sehr ähnlich sind. Anleger sollten bei der Auswahl jedoch den Währungseinfluss (Euro/US-Dollar oder Euro/Japanische Yen) nicht aus den Augen lassen. Dieser wird zum Beispiel speziell in diesem Jahr sichtbar und kann die Performance verringern (Währungsrisiko), aber eben auch erhöhen (Währungschance).
  • Bei der Schwankungsbreite als Risikomaß sind nur wenige Unterschiede zu erkennen.
  • Der Nikkei 225 weist die geringste Anzahl an Aktien auf. Der TOPIX hält mit über 2.000 Werten die meisten Aktien.
  • Bei den Top-10-Aktien nach Gewichtung zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Auffällig ist, dass Softbank in allen Indizes stark vertreten ist. Auch Toyota hat bei drei der vier Indizes das größte Gewicht.
  • Bei der Aufteilung nach Sektoren zeigt sich ein sehr ähnliches Bild. Anleger, die ungern in Finanztitel investieren, sollten einen Blick auf den Nikkei 225 richten. Dort ist der Anteil an solchen Titeln gegenüber den anderen Indizes gering. Liebhaber von Immobilienwerten kommen dagegen beim Nikkei 225 und beim TOPIX zu kurz. Sie sollten sich eher auf die MSCI-Indizes fokussieren.
  • Achtung: 
    Der MSCI Pacific hat lediglich einen Anteil von 66 Prozent japanischer Aktien. Anleger, die also eine vollständige Abdeckung in Japan anstreben, sollten sich eher auf die anderen drei Indizes fokussieren.

Fazit: Abschließend bleibt festzuhalten, dass Unterschiede zwischen den Indizes durchaus vorhanden sind. Auch wenn auf den ersten Blick die Indizes sehr ähnlich wirken, gibt es entscheidende Differenzen, die Anleger beachten sollten. Egal, ob es um die Anzahl an Aktien aufgrund von Diversifikationen, um den Anteil an Finanzwerten oder um die hohe Gewichtung von Toyota geht: Jeder Privatanleger hat die Möglichkeit, sich auf Basis der Indexstruktur seinen passenden Index auszusuchen, um in Japan als ernstzunehmende Alternative für das eigene Depot zu investieren.

Anlageidee: ComStage ETFs auf japanische Aktienindizes

Sie sind auf der Suche nach japanischen Aktien-ETFs zur ausgewogenen Zusammenstellung Ihres Depots? Ganz gleich, wo Sie Ihren Schwerpunkt setzten möchten, bei ComStage werden Sie fündig.

Auch wenn es sich bei den genannten Indizes um Kursindizes handelt, profitieren ComStage ETF-Investoren von anfallenden Dividendenzahlungen der im Index enthaltenen Unternehmen.

Dies führt in der Regel dazu, dass sich ComStage ETFs, die auf Kursindizes basieren, besser entwickeln als die zugrunde liegenden Indizes selbst.

Da die in den Indizes enthaltenen Aktien nicht in Euro notieren, ergibt sich für Anleger aus dem Euroraum ein möglicher Währungseinfluss, der sich aus der Entwicklung des jeweiligen Wechselkurses ergibt. Dies kann für den Anleger sowohl von Vorteil, aber auch von Nachteil sein.

Für Anleger, die Währungseinflüsse weitgehend vermeiden möchten, bietet ComStage ebenfalls einen währungsgesicherten ETF an, den »ComStage MSCI Japan 100 % Daily Hedged EUR UCITS ETF« (WKN: ETF 025).

Weitere Informationen sowie ein Überblick über das gesamte Angebot an ComStage ETFs stehen Ihnen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.

ComStage UCITS ETF auf

WKN

Pauschalgebühr p.a.

Ertragsverwendung

Geld-/Briefkurs

Nikkei 225

ETF 020

0,25 %

Thesaurierend

17,16/17,17 EUR

TOPIX

ETF 021

0,25 %

Thesaurierend

13,78/13,79 EUR

MSCI Pacific

ETF 114

0,45 %

Thesaurierend

49,41/49,45 EUR

MSCI Japan

ETF 117

0,25 %

Thesaurierend

49,58/49,61 EUR

MSCI Japan 100 % Daily Hedged to EUR

ETF 025

0,45 %

Thesaurierend

16,05/16,06 EUR

Stand: 28. Juni 2017; Quelle: Commerzbank AG

Die Darstellung der genannten ETFs erfolgt lediglich in Kurzform. Die maßgeblichen Produktinformationen und wesentlichen Anlegerinformationen (KIIDs) stehen im Internet unter www.comstage.de zur Verfügung.