Titelthema

Investmentsteuerreform 2018

Durchblick im Steuerdschungel

Das Gesetz zur Reform der Investmentbesteuerung (Investmentsteuerreformgesetz – InvStRefG) wurde im letzten Jahr von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Die lange und intensiv diskutierte Reform der Investmentbesteuerung hat damit den Weg in die Gesetzesbücher gefunden. Am 14. Juni 2017 wurde vom Bundesfinanzministerium ein erstes Anwendungsschreiben veröffentlicht, welches an vielen Stellen Licht ins Dunkel bringt.

Ziele der gesetzlichen Änderungen sind beispielsweise eine steuerliche Gleichbehandlung von in- und ausländischen Investmentfonds (Anpassung an EU-Recht), die Vermeidung von Steuergestaltungen sowie die Verringerung des Aufwands zur Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen.

Wir stellen für Sie die Kernelemente des Investmentsteuerreformgesetzes dar, wobei der Schwerpunkt auf die Sicht des Privatanlegers gelegt wird.

Kurzüberblick über das neue Gesetz
Die neue Fondsbesteuerung nimmt im Bereich der Publikumsfonds einen kompletten Systemwechsel vor. Die bislang vorhandene unterschiedliche Behandlung von Fonds, die im In- oder Ausland aufgelegt sind, wird zukünftig abgeschafft.

Es wird ein neues Besteuerungsregime mit Besteuerung bestimmter inländischer Erträge auf Ebene des Investmentfonds eingeführt. Zusätzlich werden auf Anlegerebene Ausschüttungen, Fondsanteilsveräußerungsgewinne und – um Stundungsvorteilen entgegenzuwirken – eine jährliche Vorabpauschale erfasst. Zur Abmilderung einer doppelten Besteuerung kommen pauschale Teilfreistellungen (zum Beispiel bei Aktienfonds 30 Prozent, bei Mischfonds 15 Prozent) beim Anleger zur Anwendung. Diese Neuregelungen gelten ab 1. Januar 2018 und führen im Vergleich zur Direktanlage je nach Fondszusammensetzung und Steuerstatus des Anlegers zu unterschiedlichen Steuerbelastungen.

Des Weiteren enthält das Gesetz die Abschaffung des Abgeltungsteuer-Bestandsschutzes für Alt-Fondsanteile, welche vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden und von der Abgeltungsteuer ausgenommen waren. Die bislang aufgelaufenen Wertsteigerungen bleiben zwar steuerfrei, Wertsteigerungen ab 2018 sind allerdings (nach Abzug eines Freibetrags von 100.000 Euro pro Person) zukünftig steuerpflichtig.

Welche Fonds fallen unter das neue Investmentsteuergesetz?
Der Anwendungsbereich des neuen Investmentsteuergesetzes ist sehr breit. Grundsätzlich wird jeglicher in- oder ausländische Fonds sowie Organismen, die Geld einsammeln, um es nach einer festen Anlagestrategie zum Nutzen der Anleger zu investieren, als Publikums-Investmentfonds von den neuen Besteuerungsregelungen erfasst. Ausnahme: Das Investmentvehikel ist in der Rechtsform einer Personengesellschaft aufgelegt (zum Beispiel geschlossene Immobilienfonds).

Dies bedeutet, dass sämtliche in Deutschland für Privatanleger angebotenen ETFs und Publikumsfonds von der Reform betroffen sind.

Besteuerung auf Ebene des Investmentfonds
Investmentfonds sind künftig eigenständige Steuersubjekte, die unabhängig vom Anleger besteuert werden. Bislang entrichtet ein Fonds selbst keine deutschen Steuern, sondern »reicht« die Steuerdaten an den Anleger weiter, der dann die Versteuerung individuell durchzuführen hat.

Die Besteuerung im Fonds ist jedoch auf bestimmte inländische Einkünfte begrenzt und zwar unabhängig vom Sitz des Investmentfonds. Das bedeutet, dass sowohl in Deutschland als auch im Ausland aufgelegte Fonds hiervon erfasst sind.

Zukünftig unterliegen Investmentfonds mit deutschen Brutto- Dividendeneinnahmen und inländischen Netto-Immobilienerträgen der 15-prozentigen Körperschaftsteuer, grundsätzlich jedoch nicht der Gewerbesteuer. Investmentfonds, die ausländische Aktien, ausländische Immobilien oder festverzinsliche Wertpapiere (unabhängig, ob aus dem In- oder Ausland) halten oder Erträge aus Termingeschäften erzielen, sind mit diesen Einnahmen nicht in Deutschland steuerpflichtig.

Soweit die inländischen Einkünfte an der Quelle bereits der Kapitalertragsteuer unterliegen (zum Beispiel bei Dividenden aus inländischen Aktien), beträgt diese 15 Prozent und hat im Hinblick auf die Körperschaftsteuerpflicht des Investmentfonds abgeltende Wirkung. Diese definitive Steuerbelastung auf Fondsebene kann beim Anleger nicht angerechnet werden. Auch ein Ausweis der unter dem alten Steuerregime durch den Fonds gegebenenfalls gezahlten und für den Anleger bescheinigten ausländischen Quellensteuer erfolgt nicht mehr. Quellensteuer wird zukünftig auf Ebene des Fonds endgültig belastet. Als Ausgleich für die neu eingeführte steuerliche Belastung im Fonds hat der Gesetzgeber pauschale Steuererleichterungen auf Anlegerebene vorgesehen.

Besteuerung auf Ebene des Anlegers
Die nach Besteuerung auf Ebene des Fonds verbleibenden Erträge werden ein weiteres Mal auf Ebene des Anlegers bei einer Ausschüttung oder der Veräußerung der Fondsanteile besteuert. Zusätzlich wird eine pauschalierte Thesaurierungsbesteuerung in Form der sogenannten Vorabpauschale beim Anleger vorgenommen, wenn keine ausreichend hohe Ausschüttung des Fonds im vorangegangenen Kalenderjahr stattgefunden hat.

Die Vorabpauschale für THESAURIERENDE FONDS AB 2018 errechnet sich nach folgender Formel:

70 % des Basiszinssatzes
(durchschnittlicher Zinssatz langlaufender öffentlicher Anleihen; letzte Veröffentlichung 2016: 1,1 %)
x
Fondspreis (NAV) zu Beginn des Kalenderjahres 2018

Beträgt der Fondspreis Anfang 2018 also 100 Euro, so liegt die Vorabpauschale bei 0,77 Euro. 70 % x 1,1 % x 100 EUR = 0,77 EUR

Dieser Betrag wird in einem zweiten Rechenschritt noch um eine Teilfreistellung reduziert, wenn es sich steuerlich um einen Aktien- oder Mischfonds handelt (siehe Absatz zu steuerlichen Fondskategorien). Der verbleibende Betrag wird dann mit der 25-prozentigen Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert.

Die Vorabpauschale ist auf die Wertsteigerung des Fondsanteils im Kalenderjahr begrenzt. Diese Begrenzung erfolgt um die sogenannten »Substanzbesteuerungen«, zum Beispiel im Bereich der Geldmarktfonds, zu vermeiden. Für den Anleger bedeutet das, dass er nur dann eine Vorabpauschale zu versteuern hat, wenn es eine ausreichende Wertsteigerung im entsprechenden Kalenderjahr gab.

Bei Veräußerung der Fondsanteile wird der steuerpflichtige Gewinn aus der Veräußerung der Fondsanteile um die während der Besitzzeit angesetzten Vorabpauschalen vermindert. Somit handelt es sich bei der Vorabpauschale lediglich um eine vorgezogene (laufende) Besteuerung. Eine Doppelbesteuerung wird somit verhindert.

Die Vorabpauschale ersetzt somit die bisherige Besteuerung der sogenannten »ausschüttungsgleichen Erträge«. Das bedeutet, dass die neue Fondsbesteuerung neben der Vorabpauschale keine weitere Thesaurierungsbesteuerung auf Anlegerebene enthält.

Die Vorabpauschale gilt jeweils am ersten Werktag des folgenden Kalenderjahres als zugeflossen, somit erstmalig am 2. Januar 2019 für das Kalenderjahr 2018. Dies erleichtert das Steuerabzugsverfahren, da in vielen Fällen noch ein voller Sparer-Pauschbetrag zur Verfügung steht, mit dem die Vorabpauschale verrechnet werden kann. Der Sparer-Pauschbetrag ist ein Freibetrag im deutschen Einkommensteuergesetz, der Kapitaleinkünfte (zum Beispiel Einnahmen aus Kupons, Zinsen und Dividenden) bis zur Höhe von 801 Euro im Rahmen der Einzelveranlagung bzw. 1.602 Euro bei zusammenveranlagten Personen/Ehepaaren pro Jahr steuerfrei stellt.

Im Jahr des Erwerbs eines Investmentfonds ist die Vorabpauschale nur zeitanteilig für jeden vollständig gehaltenen Kalendermonat anzusetzen.

Grafik 1: Veranschaulichung der Besteuerung für Privatanleger und Überblick über das neue Besteuerungsregime
Grafik 1: Veranschaulichung der Besteuerung für Privatanleger und Überblick über das neue Besteuerungsregime

ACHTUNG:
Ein sehr unangenehmer Effekt der Vorabpauschale besteht darin, dass die Steuer durch den Investor in den thesaurierenden Fonds mit anderweitig vorzuhaltender Liquidität zu zahlen ist und keine Zahlung aus dem Fonds erfolgt. Dies bedeutet, dass die depotführende Stelle, wenn kein ausreichender Sparer-Pauschbetrag oder sonstiger Verlustverrechnungstopf vorhanden ist, eine Belastungsbuchung auf dem Depotverrechnungskonto durchführen wird. Alternativ wird in den Kreditrahmen des Verrechnungskontos belastet. Ist dies nicht möglich, so erfolgt eine Meldung an das Finanzamt, das anschließend den Steuereinzug vornimmt.

Steuerliche Fondskategorien/Teilfreistellungen auf Anlegerebene
Um die steuerliche Vorbelastung auf Ebene des Investmentfonds teilweise zu kompensieren, werden bei bestimmten Fondskategorien sogenannte pauschalierte Teilfreistellungen eingeführt. Unter Teilfreistellungen müssen sich Anleger eine Art Kompensation vorstellen, da sie künftig nur noch auf Teile der Erträge Steuern abführen müssen – daher der Name Teilfreistellung. Hierfür werden Investmentfonds in vier Kategorien eingeteilt (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Definition der Fondskategorien für Teilfreistellungen bei Privatanlegern (§ 20 InvStG nF)

Fondskategorie

Schwellenwerte

Höhe der Teilfreistellung

Aktienfonds

Mind. 51 % des Wertes in Kapitalbeteiligungen

30 %

Mischfonds

Mind. 25 % des Wertes in Kapitalbeteiligungen

15 %

Sonstige Fonds

Keine oder Mindestkapitalbeteiligungen unter 25 %

keine Teilfreistellung

Immobilienfonds

Mind. 51 % des Wertes in Immobilien und Immobiliengesellschaften

60%
80 % (Immobilienanteil im Ausland)

Sämtliche Erträge aus den Investmentfonds (Ausschüttungen und Anteilsveräußerungsgewinne) sowie die Vorabpauschale kommen in den Genuss der Teilfreistellungen.

Die Qualifikation als Aktien-, Misch- oder Immobilienfonds erfordert eine Festschreibung der Anlagestrategie in der rechtlichen Dokumentation des Fonds. Des Weiteren wird den depotführenden Stellen durch den zentralen Datenanbieter, WM Datenservice, dieses Qualifizierungsmerkmal zur Verfügung gestellt. Somit können Investoren davon ausgehen, dass jede depotführende Bank in Deutschland die gleiche Qualifikation des Fonds vornimmt.

Sollte die rechtliche Dokumentation eines Investmentfonds keine hinreichenden Aussagen zu den oben genannten Schwellenwerten enthalten und somit keine entsprechende Schlüsselung erfolgt sein, so besteht für den Anleger die Möglichkeit, im Rahmen der Veranlagung nachzuweisen, dass der Investmentfonds die Anlagegrenzen während des Geschäftsjahres tatsächlich durchgehend überschritten hat. In der Praxis sollte dies nur bei Fonds vorkommen, die keine aktive Vertriebstätigkeit in Deutschland haben.

Künftige Vor- und Nachteile von Fonds verschiedener Ausschüttungsarten

Ausschüttend:
+ Regelmäßiger Ertrag aus dem Fonds
+ Steuerzahlung wird aus der Ausschüttung vorgenommen
– Geringe Steuerstundung  
– Mögliche Wiederanlage ausgeschütteter Erträge kann zu Transaktionskosten führen

Thesaurierend:
+ Steuerstundung, da kein Abzug von Kapital aus dem Fonds
+ Anleger müssen sich nicht um eine Wiederanlage ausgeschütteter Erträge kümmern
– Jährliche Steuerzahlung in Form der Vorabpauschale
– Steuer auf Vorabpauschale wird vom Depotgegenkonto abgebucht, ohne dass Liquidität aus dem Fonds gezahlt wird
– Sollte kein Geld auf dem Konto zur Begleichung zur Verfügung stehen: Nutzung des Dispo-Kredites bzw. ansonsten Meldung an das Finanzamt

Spannend wird es bei der Fondskategorie des Aktienfonds. Dem Gesetzeswortlaut nach sind Fonds dann als Aktienfonds qualifiziert, wenn sie physisch auch in Aktien investieren. Swap-basierte (synthetische oder indirekt abgebildete) Fonds, die ein Aktienträgerportfolio nutzen, werden somit auch von der entsprechenden Qualifikation als Aktienfonds oder Mischfonds erfasst. Dies würde bedeuten, dass Anleger auch von der entsprechenden Teilfreistellung profitieren könnten.

Gemäß dem Anwendungsrundschreiben der Finanzverwaltung vom 14. Juni 2017 führen »Absicherungsgeschäfte« nicht zu einem Verlust der Qualifikation. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass zum Beispiel ein synthetisch abgebildeter Rohstofffonds, der ein Aktienträgerportfolio nutzt, in den Genuss einer Teilfreistellung kommt. Dies ist zwar nicht explizit in den bisherigen Veröffentlichungen (Investmentsteuergesetz bzw. Anwendungsrundschreiben) geregelt, jedoch soll die Teilfreistellung die Vorbelastung auf Ebene des Investmentfonds abmildern bzw. aus gleichen. Bei einem Rohstofffonds wäre dies beispielsweise nicht gegeben.

Hervorzuheben ist, dass die Freistellungssätze für Anleger auf sämtliche Erträge aus den entsprechenden Fonds zur Anwendung kommen. Das heißt auch ausgeschüttete Erträge aus einem Aktienfonds, die aus neben den Aktien gehaltenen Renten oder Rohstoffe stammen, kommen beim Anleger in den Genuss der 30-prozentigen Freistellung.

Besteht ein Aktienfonds also beispielsweise aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen, so sind sämtliche Ausschüttungen und Kursgewinne aus diesem Fonds zu 30 Prozent von der Steuer befreit.

Anleger benötigen künftig für ihre Steuererklärung nur noch vier Angaben:

  1. die Höhe der Ausschüttung
  2. den Fondsanteilswert zu Beginn des Jahres
  3. den Fondsanteilswert zum Ende des Jahres
  4. die Qualifikation des Fonds als Aktien-, Misch-, Immobilien- oder sonstigen Fonds.

Dies stellt eine Erleichterung für den Anleger dar. Daneben entfällt künftig auch die aufwändige Behandlung von thesaurierenden ausländischen Investmentfonds.

Investmentsteuerreform 2018 – Das ändert sich

Bisherige Besteuerung von Fondsanteilen (gekauft vor 2009)

  • 25 % Abgeltungsteuer fällig auf Zinsen und Dividenden
  • Umsetzung: Abzug bei Ausschüttung und Thesaurierung inländischer Fonds oder – bei ausländischen, thesaurierenden Fonds – Angabe der Höhe von Zinsen und Dividenden in der Steuererklärung laut Bescheinigung
  • Zu viel gezahlte Quellensteuer wird angerechnet
  • Steuerfreiheit auf Kursgewinne

Bisherige Besteuerung von Fondsanteilen (gekauft ab 2009)

  • 25 % Abgeltungssteuer fällig auf Zinsen, Dividenden, Kursgewinne
  • Umsetzung: Einbehalt bei Ausschüttung oder Angabe der Höhe von Zinsen und Dividenden in der Steuererklärung laut Bescheinigung (bei thesaurierenden Fonds)
  • zu viel gezahlte Quellensteuer wird durch Steuererklärung angerechnet

Besteuerung aller Fondsanteile ab 2018

Auf Fondsebene:

  • 15 % Körperschaftssteuer auf inländische Dividenden und inländische Immobilienerträge
  • Quellensteuer bei ausländischen Fonds, die die Fondsgesellschaft automatisch abführt. Keine Anrechnung für den Anleger mehr möglich.

Auf Anlegerebene:

  • 25 % Abgeltungssteuer auf ausgeschüttete Zinsen, Dividenden, Kursgewinne; Zuflussbesteuerung, keine Zurechnung von tatsächlichen Erträgen bei Thesaurierung
  • Bei ausschüttenden Fonds führt die Depotbank die Steuer automatisch aus der Ausschüttung ab.
  • Bei thesaurierenden Fonds zieht die Depotbank die Steuer auf die Vorabpauschale vom Verrechnungs-/Girokonto des Anlegers ein.
  • Für alle Fondstypen gilt, dass auf realisierte Kursgewinne zum Verkaufszeitpunkt durch die Depotbank automatisch die Abgeltungsteuer abgeführt wird.
  • Teilfreistellung: Ausschüttung, Vorabpauschale und Kursgewinne werden um 30 % (Aktienfonds) bzw. 15 % (Mischfonds) in der Besteuerung reduziert.
  • Bei vor 2009 erworbenen Altanteilen sind Kursgewinne ab 1. Januar 2018 im Rahmen eines Freibetrages von 100.000 Euro pro Person steuerfrei. Anrechnung erfolgt über die Steuererklärung.

Übergangsregelung für Fondsanteile, die vor dem 31. Dezember 2008 erworben wurden
Für Fondsanteile, die vor dem Jahr 2009 angeschafft wurden, endet die Zeit der steuerfreien Kursgewinne am 31. Dezember 2017. Alle bis dahin aufgelaufenen Kursgewinne sind steuerfrei. Für Kursgewinne, die ab dem 1. Januar 2018 bei diesen Altanteilen entstehen, hat der Fiskus einen Freibetrag von 100.000 Euro pro Person vorgesehen.

In der Praxis wird bei den Altanteilen so vorgegangen, dass die depotführende Stelle des Anlegers zum Jahresende 2017 einen fiktiven Verkauf und anschließenden Kauf durchführt (WKN und Anzahl von Fondsanteilen im Depot ändern sich dadurch nicht), sodass alle Kursgewinne bis zum 31. Dezember 2017 steuerfrei realisiert sind. Zukünftige, ab 1. Januar 2018 auflaufende Kursgewinne werden bei Veräußerung dann mit der Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (nach neuem Investmentsteuergesetz) belegt.

Der Freibetrag von 100.000 Euro muss vom Anleger über die Steuererklärung in Anspruch genommen bzw. »verwaltet« werden. Der Freibetrag atmet insofern, dass ein einmal verwendeter Freibetrag durch auflaufende Verluste auch wieder (bis zu 100.000 Euro) befüllt werden kann.

Es ist zu beachten, dass aus steuerlichen Überlegungen Altanteile mit einem Anschaffungszeitpunkt vor dem 1. Januar 2009 nicht in 2017 veräußert werden sollten, da ansonsten der Freibetrag von 100.000 Euro für Kursgewinne ab dem 1. Januar 2018 ungenutzt verfallen würde.