ETF-Kolumne

ETF-Kolumne

»Wie finde ich den für mich passenden ETF?«

Die Frage nach dem persönlich am besten passenden ETF ist für die meisten Anleger eine wichtige Herausforderung, die aber eigentlich schon den zweiten Schritt darstellt. Denn am Anfang steht die Frage, wie Sie Ihr verfügbares Geld überhaupt anlegen möchten. Aus vergangenen Ausgaben von »OnStage« wissen Sie, dass ich damit auf die Aufteilung der anzulegenden Investitionssumme anspiele. Mit anderen Worten: Es geht um die Asset Allocation oder die Verteilung auf Anlageklassen. Bevorzugen Sie Aktien, festverzinsliche Wertpapiere oder Rohstoffe, um nur die gängigsten Assetklassen zu nennen? Und in welchem Verhältnis sollen diese unterschiedlichen Anlagen zueinander stehen, welche Länder, Regionen oder Themen sollen abgebildet werden? Welches Risiko sind Sie langfristig bereit zu tragen?

Nach diesen Grundüberlegungen folgt dann die Entscheidung zur Umsetzung über Einzeltitel, traditionelle Investmentfonds oder börsengehandelte Indexfonds, die sogenannten ETFs. Oder auch zu einer Mischung von allem. Die Vorteile von ETFs liegen auf der Hand: Sie bilden Indizes nach, sind kostengünstig, was der Wertentwicklung Ihres Portfolios zugute kommt, und sie sind flexibel und schon mit kleineren Beträgen einsetzbar. Da ETFs die Wertentwicklung von Indizes nachbilden, geht es also in einem weiteren Schritt darum, den richtigen Vergleichsmaßstab – die Benchmark – zu finden. Denn etwas anderes sind Indizes nicht.

Indizes können nach Marktkapitalisierung aufgebaut sein oder eine andere Gewichtungsmethode haben. Was dabei besser ist, ist nicht ohne Weiteres zu sagen. Manches Argument mag zum Beispiel zunächst für eine Gleichgewichtung der Indexmitglieder sprechen. Allerdings kommt eine höhere Rendite dabei meist mit einer stärkeren Schwankung der Kurse einher, denn nach Marktkapitalisierung weniger große Titel erhalten plötzlich ein höheres Gewicht. Die Umsätze und damit Kursbewegungen nehmen tendenziell zu. Daneben spielt es auch eine Rolle, ob ein Index breit oder mit weniger Titeln aufgebaut ist. Indizes auf Sektoren können ein größeres Risiko zeigen als solche mit einer Vielzahl von enthaltenen Titeln. Nehmen Sie den DAX als Maßstab, so zeichnen Sie die Entwicklung der 30 größten deutschen Aktien nach. Und der DAX notiert in Euro, auch wenn die zugrunde liegenden Aktien einen Großteil ihrer Erträge im Ausland erzielen. Im Vergleich dazu ist der sehr bekannte Dow Jones Industrial Average Index, kurz »Dow Jones«, in US-Dollar notiert, da er die wichtigsten 30 amerikanischen Aktien enthält. Folglich ergibt sich für Sie als Anleger ein Währungsrisiko gegenüber dem US-Dollar, was bei einem aufwertenden US- Dollar auch eine zusätzliche Chance über die Wertentwicklung der Aktien hinaus sein kann. Die Betrachtung von Indizes lässt sich noch facettenreich erweitern. Doch dazu fehlt hier der Platz. Die Erkenntnis: Es lohnt sich, den zugrunde liegenden Index vor der Investitionsentscheidung etwas näher zu betrachten.

Dann folgt natürlich die Auswahl der ETFs selbst. Unterschiedliche Nachbildungsmethoden erlauben es, auch sehr große Indizes mit vielen Mitgliedern recht genau nachzubilden oder Regionen oder Themen anzubieten, die mit einer Vollreplikation nicht zu erschließen sind.

Beispiele dafür sind Rohstoff-ETFs, Short- oder Leveraged, also gehebelte ETFs. Ebenso ist ein sehr breiter Index wie der MSCI World mit seinen knapp 1.700 Titeln qualitativ hochwertig oft nur in der Form als Aktienkorb plus Swap nachbildbar.

Ein wichtiger Gesichtspunkt ist die Ertragsverwendung: Möchte ich, dass mein ETF ausschüttet, dass ich also einen konstanten, wenn auch nicht garantierten Einkommensstrom habe oder soll er wiederanlegend sein? Hierbei können steuerrechtliche Überlegungen eine Rolle spielen. Das Steuerrecht wiederum wird sich mit dem 1. Januar 2018 ändern. ComStage ETFs werden in diesem Zusammenhang rechtzeitig angepasst, um Ihnen wie in der Vergangenheit optimale Lösungen zu bieten.

Sie werden sich vermutlich wundern, dass ich noch nicht von den Kosten als Auswahlkriterium geschrieben habe. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Gebühren sind zwar wichtig, sollten aber nie an erster Stelle stehen. Denn entscheidend ist das Resultat, nämlich die Wertentwicklung eines ETFs. Und die  ist immer das Ergebnis aus der Entwicklung des richtigen, zu den individuellen Zielen und der Risikobereitschaft passenden Index, der Qualität der Nachbildung, abzüglich der dabei entstehenden Kosten und natürlich nach Steuern.

Die Antwort auf die Eingangsfrage kann also nur lauten, dass auch das Investieren mit ETFs ein wenig Zeitaufwand für die Informationsbeschaffung erfordert. Ein Weg ist dabei übrigens unsere Internetseite www.comstage.de oder auch eine der am meisten bei uns nachgefragten Broschüren, »Das große 1x1 der ETFs«, die auf den Auswahlprozess noch viel tiefer eingehen kann.

Viel Erfolg bei Ihren Investments!
Bitte bleiben Sie ComStage ETFs gewogen!